Zur Professionsentwicklung der französischen Zahnheilkunde bis 1728

Einführung von Teilaspekten eines Qualitätsmanagementsystems

Dr. Edith Nadj-Papp

Erste Versuche, Qualität für die Medizin zu definieren bzw. Qualitätsnormen für medizinische Leistungen aufzustellen, reichen bis ins letzte Jahrhundert zurück. Durch neue gesellschaftliche Forderungen des Gesetzgebers im SGB V und durch das "GKV- Modernisierungsgesetzt" erhält die Qualitätssicherungsdiskussion neue Dimensionen. Diese neu entfachte Diskussion macht es erforderlich, dass sich jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt über diese Thematik informiert. (Bastendorf)
Therapiefreiheit, Flexibilität, Qualität, Reproduzierbarkeit, Wirtschaftlichkeit - Chaos. Um die ersten fünf Ziele zu erhalten oder zu erreichen, den letzten Punkt aber zu vermeiden, ist eine gute Organisation der ärztlichen bzw. zahnärztlichen Praxis ein zwingendes muss. (Lothar)
Mit Qualitätsmanagement die Zukunft sichern und auf Erfolgskurs bleiben. Die Möglichkeiten der Medizin und die Erwartungen der Patienten auf einer, die betriebswirtschaftliche Möglichkeiten der Leistungserbringer auf der anderen Seite. Es gilt beim geringsten Einsatz die höchste Sicherheit und die Kontinuität der Abläufe in der eigenen Praxis sicherzustellen und eine hohe Patientenzufriedenheit zu ereichen. Dadurch müssen künftig immer mehr Ärzte über ihre medizinische Kompetenz hinaus Managerqualitäten aufweisen. (Bergmann-Krauss)

Sie sind gefordert neben den wirtschaftlichen Komponenten auch die gestiegenen gesundheitspolitischen Notwendigkeiten zu berücksichtigen. Das heißt, sie müssen alle Bestandteile eines modernen Qualitätsmanagements systematisch betreiben und konsequent die qualitätssichernden Maßnahen in Ihren Praxen implementieren. Dies werden sie nur dann erreichen, wenn die Beschaffenheiten, Leistungen und Abläufe transparent gemacht und dokumentiert werden, wenn der Ist-Zustand systematisch bewertet wird, das Problembewusstsein bei den Mitarbeitern/innen erzeugt wird und die Vorschläge zu Intervention bei erkannten Mängeln und die Umsetzung der Lösungsvorschläge in die Praxis gefördert werden. Beim Führen von ZahnArztpraxen wird deshalb ein systematisch angewendetes Qualitätsmanagement immer wichtiger für den Erfolg (DGQ-Qualitätsmanagement in der Arztpraxis). Es ist ein wichtiges Instrument, um Praxisstrukturen, Abläufe und Ergebnisse zu dokumentieren, zu bewerten und zu verbessern mit dem Ziel, die Patientenversorgung und die Patientenzufriedenheit zu optimieren. (Bergmann-Krauss)

Eines der wichtigsten Qualitätskriterien für die zahnärztliche Versorgung ist die Kompetenzerhaltung. Zur Verbesserung der Qualität der ärztlichen Tätigkeit ist die kontinuierliche, berufsbegleitende Fortbildung als essentieller Bestandteil der qualitätssichernden Maßnahmen eine Voraussetzung. (Heintze/Matysiak-Klose/Braun)

Die berufsbegleitende Fortbildung gehört zum traditionalen Selbstverständnis der Ärzte- und Zahnärzteschaft, denn nur über das Medium der Fortbildung lässt sich die große Dynamik, mit der sich das medizinische bzw. zahnmedizinische Wissen verändert, im Zuge der praktischen Berufsausübung erhalten und die Erkenntnisse auf den jeweils gegebenen aktuellen Stand bringen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Zahnärzteschaft offenbar in sehr breitem Maße Fortbildungsaktivitäten betreibt. (Bergmann-Krauss/Michelis/Walther) Gleichzeitig gilt es die neuen Erfahrungen in den Berufsalltag zu integrieren. Aus der Studie von Bermann-Kraus/Michelis/Walther wir auch das deutlich, daß die Kollegen sehr dezidierte bzw. klare Vorstellungen darüber haben, wie die Fortbildungen aus didaktischer Sicht aufgebaut werden sollten. 

Das PZQ - Parodontologie zeigt exemplarisch wie durch die Entwicklung eines Klinischen Pfades, eines Patienteninformationsblattes und eines Bechmarkings ein Qualitätsmanagementsystem, auf der Ebene der Profession, ohne institutionellen Vorgaben und mit überschaubarem Aufwand integriert werden kann. Durch die Integration einer konsequenten Patientenorientierung und Einbindung des Praxisteams entsteht nicht nur eine evidenzbasierte und praxisadäquate Leitlinie sondern ein individuell, für jeden einzelnen Teilnehmer Maß geschnittener klinischer Pfad. (Spießhofer 2006) Damit bleibt die persönliche Entscheidung des Zahnarztes, in Anlehnung an die Evidence-baced-Dentistry das wichtigste Element. (Schug) Durch die große Prävalenz der Erkrankung trägt die Entwicklung so eines klinischen Pfades maßgeblich zu Verbesserung der Versorgung der Patienten in den einzelnen Praxen. (Gift)

Das "Praxisforum Zahnärztliche Qualitätsförderung- Parodontologie" hat substantielle Verbesserungen in der parodontologischen Diagnostik, in der Therapie und in der Praxisorganisation in den teilnehmenden Praxen bewirkt. Der Aufwand erschien den beteiligten Zahnärztinnen und Zahnärzten angemessen. Der zahnärztlichen Fortbildung erschließt mit dem hier vorgestellten Format die Option klinische Routinen in den Praxen zugunsten einer besseren Versorgung zu ändern und hierfür auch den Nachweis zu führen. Die Methodik des Praxisforums ist prinzipiell auf jedes praxisbezogene zahnmedizinische bzw. medizinische Fachgebiet übertragbar. 

Für das Veranstaltungsjahr 2005 wurde erstmals auch ein Praxisforum mit der Thematik "Zahnärztliche Implantologie" angeboten. Dieser Jahrgang hat insgesamt 30 Teilnehmer. Als Anwender des hier beschriebenen Fortbildungsformates kommen neben Fortbildungsinstituten auch freie Zahnarztgruppen in Frage, die ein strukturiertes Qualitätsförderungsprojekt in Angriff nehmen wollen. (Walther)