Wissenschaftliche Studien

 

Retrospective Study: Lateral Ridge Augmentation Using Autogenous Dentin: Tooth-Shell Technique vs. Bone-Shell Technique
Autoren: Korsch, M., Peichl, M.

In der Literatur wird autogenes Dentin für bestimmte Indikationen als mögliche Alternative zu Knochenersatzmaterialien und autologem Knochen angesehen. Das Ziel dieser Proof-of-Concept-Studie war die Verwendung von autogenem Dentin zur lateralen Kammaugmentation. In der vorliegenden retrospektiven Studie wurden autogene Dentinschnitte aus Zähnen gewonnen und zur Rekonstruktion von Seitenkammdefekten verwendet (Zahnschalentechnik (TST): 28 Patienten (15 Frauen, 13 Männer) mit 34 Regionen und 38 Implantaten). Als Kontrolle diente die Knochenschalentechnik (BST) nach Khoury (31 Patienten (16 Frauen, 15 Männer) mit 32 Regionen und 41 Implantaten) auf autogenem Knochen. In beiden Fällen wurden gleichzeitig Implantate eingesetzt. Das Follow-up erfolgte 3 Monate nach der Implantation. Zielparameter während dieses Zeitraums waren klinische Komplikationen, horizontaler Verlust von Hartgewebe, Osseointegration und Integrität der bukkalen Lamelle. Die prothetische Restauration mit festsitzender Prothese wurde nach 5 Monaten durchgeführt. Der gesamte Beobachtungszeitraum betrug 5 Monate. Insgesamt traten sieben Komplikationen auf.

https://www.mdpi.com/1660-4601/18/6/3174

 

Microbiological findings in early and late implant loss: an observational clinical case-controlled study
Autoren: Korsch, M., Marten, S., Stoll, D., Prechtl, Ch., Dötsch, A.

Implantate sind eine vorhersehbare und etablierte Behandlungsmethode in der Zahnmedizin. Bei der Betrachtung möglicher Ausfälle von Zahnimplantaten muss jedoch zwischen frühem und spätem Verlust unterschieden werden. Ziel der Studie war es, müber ikrobiologische Befunde auf der Oberfläche von Implantaten mit schwerer Periimplantitis zu berichten, die explantiert werden mussten.

https://bmcoralhealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12903-021-01439-w

 

Fallstrick okklusale Dysästhesie*
Autoren: Daniel Hellmann, Hans J. Schindler
*Deutsche Version der englischen Erstveröffentlichung von Hellmann D, Schindler HJ: A subtle trap – occlusal dysesthesia. Dtsch Zahnärztl Z Int 2021; 3: 40–45

In der zahnärztlichen Praxis, aber auch in der Physio-, Schmerz- und Psychotherapie, stellen sich immer wieder Patienten vor, die über störende und als unangenehm empfundene Zahnkontakte klagen, welche klinisch weder als Fehlkontakte objektivierbar sind noch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen (beispielsweise des Parodonts, der Pulpa, der Kaumuskulatur oder der Kiefergelenke) stehen. Nicht selten erleben die Patienten diese empfundenen okklusalen Störungen als dauerhafte Einschränkung ihres oralen oder auch ganzkörperlichen Wohlbefindens. Begleitend bestehen häufig psychologische Belastungen. In den beschriebenen Fällen handelt es sich häufig um Patienten, die an einer okklusalen Dysästhesie (OD) leiden, wobei eine differenzialdiagnostische Abgrenzung zu einer Okklusopathie in jedem Fall geboten ist.

Mit freundlicher Genehmigung © Deutscher Ärzteverlag | DZZ | Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift | 2021; 76 (1)

https://www.online-dzz.de/archiv/ausgabe/artikel/dzz-1-2021/5637-103238-dzz20210005-fallstrick-okklusale-dysaesthesie/

Decision-Making in Implantology—A Cross-Sectional Vignette-Based Study to Determine Clinical Treatment Routines for the Edentulous Atrophic Mandible
Autoren: Korsch, M., Walther, W., Robra, B. P., Sahin, A., Hannig, M.

Wie entscheidet ein MKG-Chirurg  - und wie ein Oralchirurg  -, wenn es darum geht, einen atrophischen Unterkiefer für eine implantat-getragene Versorgung vorzubereiten? Diese Fragestellung führt in einen Bereich der zahnmedizinischen Versorgung, über den bislang nur  wenige Informationen vorlagen. Es gibt verschiedene Behandlungskonzepte in dieser klinischen Situation. Augmentative oder resektive Verfahren können eingesetzt werden. Welches Verfahren wird präferiert - und aus welchen Gründen?  Die Versorgungsforschung kennt eine Methodik, durch die Entscheidungsgründe erhoben und sichtbar gemacht werden können: Die Vignetten-basierte Studie.

Eine Vignette ist ein Modellfall, der eine Entscheidungssituation abbildet. Für die präimplantologische Therapie sind dies Daten über den allgemeinen, den oralen und den psychologischen Zustand eines hilfesuchenden Patienten. Diese Vignette wird einem Kliniker vorgelegt, damit er für den beschriebenen Fall eine Entscheidung trifft. Die Vignette kann dabei  in Bezug auf wichtige Entscheidungskriterien geändert werden. So kann beispielsweise das Alter des Patienten mit 55 oder aber mit 75 Jahren angegeben werden. Aus der Reaktion der Befragten kann erschlossen werden, wie das variierte Entscheidungskriterium die Entscheidung beeinflusst.

Entsprechende Unterlagen eines zu entscheidenden Falles erhielten MKG-Chirurgen und Oralchirurgen in Südwestdeutschland. 250 erfahrene Kliniker nahmen an der Befragung teil. Als Determinanten für die Entscheidung wurden untersucht: Patientenalter, Rauchen, Angst vor chirurgischen Eingriff und Patientin unter Radiatio.
Am stärksten beeinflusste die die Information „Raucher“ das Therapiekonzept der Befragten. Das am häufigsten gewählte Therapiekonzept vor dem Setzen der Implantate war die Resektion des Unterkieferknochens.

https://www.mdpi.com/search?q=Decision-Making+in+Implantology%E2%80%94A+Cross-Sectional++Vignette-Based+Study+to+Determine+Clinical+Treatment+Routines+for+the+Edentulous+Atrophic+Mandible+

 

Patient evaluations after local anesthesia with a computer-assisted method and a conventional syringe before and after reflection time: A prospective randomized controlled trial
Autoren: Sohar Flisfisch, Johan Peter Woelber, Winfried Walther

Lokalanästhesie - Computer-controlled

Bietet ein Computer-kontrolliertes System für die Lokalanästhesie klinische Vorteile?

Diese Fragestellung wurde von Sohar Flisfisch in einer prospektiv-randomisierten Studie untersucht. Ausgangspunkt für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Lokalanästhesie war seine Teilnahme am Masterstudiengang „Integrated Dentistry“ in Karlsruhe, den der Autor 2017 mit dem Titel „Master of Arts“ abschloss.

In die Studie wurden 20 Patienten einbezogen, die eine zervikale Füllung benötigten, wobei eine Lokalanästhesie indiziert war. Es kam ein Split-Mouth-Design zur Anwendung, so dass jeder Patient in einem Quadranten eine vestibuläre Injektion mit konventioneller Spritze und in einem anderen die Computer-kontrollierte Anästhesie erlebte. Die Abfolge der untersuchten Anästhesiemethoden wurde durch Randomisierung bestimmt. Das Computer-kontrollierte System appliziert das Lokalanästhetikum über eine durch einen Mikroprozessor gesteuerte Pumpe. Dabei wird ein maximal applizierter Druck von 18 kg/cm2 während des ganzen Vorganges nicht überschritten. Das Handstück wird ähnlich wie ein Bleistift  in der Hand gehalten und die Injektion durch ein Fußpedal ausgelöst. Lesen Sie mehr

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2405844021001171

Effects of preventing intercuspation on the precision of jaw movements
Autoren: Daniel Hellmann1,2 | Julia C. Glöggler3 | Katharina Plaschke3 | Rudolf Jäger3 | Ulrike Eiglsperger3 | Hans J. Schindler2,4 | Bernd G. Lapatki3

ABSTRACT
Background:
Closing movements are among the jaw’s basic physiological motor actions. During functional movements, the jaw changes position continually, which requires appropriate proprioception. However, the significance of the various proprioceptive receptors involved and how they interact is not yet fully clear. Objectives: This study’s main objective was to test whether preventing intercuspation (IC) for 1 week would affect the precision of jaw-closing movements into IC and the functional space of habitual chewing movements (HCM). A secondary objective was to compare precision of jaw-closing movements into IC with the precision of movements into a target position (TP) far from IC.

https://doi.org/10.1111/joor.13137

Current Knowledge on Correlations Between Highly Prevalent Dental Conditions and Chronic Diseases An Umbrella Review
Autoren: Max W. Seitz, MSc1; Stefan Listl, PhD, Dr Med Dent2,3; Andreas Bartols, Dr Med Dent4,5; Ingrid Schubert, Dr Rer Soc6; Katja Blaschke, MSc6; Christian Haux, MSc1; Marieke M. Van Der Zande, PhD2,3

Ein groß angelegter Review des Centers for Disease Control and Prevention untersucht die Zusammenhänge zwischen oralen und chronischen Erkrankungen. Dr. Andreas Bartols gehört zu den Autoren dieser beispielhaften Übersicht. Im Fokus waren die häufigsten pathologischen Erscheinungen in der Mundhöhle: Parodontitis, Zahnverlust und Karies. Welche Korrelationen existieren zwischen diesen oralen Beeinträchtigungen und den häufig  auftretenden chronischen bzw. systemischen Krankheitsbildern? Sieben Erkrankungen waren im Fokus: Diabetes mellitus, kardiovaskuläre Erkrankungen, cerebrovaskuläre Erkrankungen, COPD, Demenz, Psoriasis und Lungenkrebs. Abbildung zwei fasst die Ergebnisse auf beeindruckende Weise grafisch zusammen. Ein Blick führt ein in den gegenwärtigen Stand unseres Wissens über wichtige Zusammenhänge zwischen oraler und systemischer Gesundheit. Wir freuen uns sehr, dass die Akademie für diese Untersuchung einen Beitrag leisten konnte.

https://www.cdc.gov/pcd/issues/2019/18_0641.htm?s_cid=pcd16e132_x

 

Jahresbestpreis für Dr. Steffen Müller, M.A., M.Sc.

Matrix- Metalloproteinnasen (MMP) begleiten jeden Menschen auf Schritt und Tritt. Sie spielen in der normalen Physiologie des Bindegewebes eine Rolle. Sie können jedoch auch Ursache von Erkrankungen sein, wenn es zur unregulierten Aktivität kommt. So werden sie in Zusammenhang gebracht mit Arthritis, Atherosklerose, kardiovaskulären Erkrankungen  u. v. a. m. Auch in den Zähnen sind sie nachweisbar und vermutlich bedeutsamer als man bislang weiß. Sie werden in Verbindung gebracht mit Frakturen von mechanisch belasteten Zähnen. Dr. Steffen Müller hat sich im Rahmen seiner Dissertation mit der MMP-Aktivität im Dentin beschäftigt. Diese Forschungsidee entstand im Curriculum „Der Weg zum Dr. med. dent.“, das Steffen Müller in der Akademie besuchte. Prof. Dr. Matthias Hannig und Prof. Dr. Stefan Rupf aus Homburg/Saar überzeugten ihn, sich dieser Forschungsfrage anzunehmen.

Erstmals wurde von ihm die MMP- Aktivität im Wurzeldentin nachgewiesen. Er konnte belegen, dass diese Aktivität im koronalen Anteil der Wurzel am geringsten ist und hin zum apikalen Anteil zunimmt. Hunderte von Dentinscheiben musste er untersuchen, um dieses Ergebnis zu erzielen. Die Versuche umfassten 3 Zahngruppen: endodontisch behandelte Zähne, nicht-endodontisch behandelte Zähne und Zähne, die noch nicht in der Mundhöhle exponiert waren.  Klinisch von Interesse ist die Frage, ob MMP- Inhibitoren zur Anwendung kommen sollten, um negative Auswirkungen dieser Enzyme zu beherrschen.

Die DGZMK und die Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift haben Dr. Steffen Müller jetzt mit dem Jahresbestpreis geehrt.
Herzlichen Glückwunsch!

Tooth shell technique: A proof of concept with the use of autogenous dentin block grafts
Autor: Korsch, M.
*Head of Oral Surgery, Dental Academy for Continuing Professional Development, Karlsruhe, Germany.
†Clinic of Operative Dentistry, Periodontology and Preventive Dentistry, University Hospital, Saarland University, Homburg, Germany.
‡Private Practice, Center for Implantology and Oral Surgery, Heidelberg, Germany.

Die Transplantation eines autogenen Knochenblocks gilt als Goldstandard für die Augmentation bei lateralen Knochendefekten. Auch Dentin besitzt sehr günstige Eigenschaften für die Behandlung entsprechender Defekte. Seine Struktureigenschaften und die chemische Ähnlichkeit mit dem alveolären Knochen sprechen dafür, es als Schild für die Retention von Argumentationsmaterial einzusetzen. Die neue Studie von PD Dr. Michael Korsch beschreibt den Einsatz von Dentinschalen zur Fixierung des Knochenaufbaus. Diese werden aus einem Zahn gewonnen, der dem betroffenen Patienten im Vorfeld extrahiert wurde.
Die hier veröffentlichte Studie ist eine „Proof of Concept“ Studie. Beschrieben wird die Anwendung der Technik in 22 Patientenfällen, wobei 24 Kieferkammdefekte aufgebaut und 27 Implantate gesetzt wurden. Die Dentinschale wird lateral mit Mikroschrauben befestigt. Der Raum zwischen der Schale und dem Restknochen wird mit partikuliertem Dentin des verwendeten Zahnes gefüllt. Die Implantate wurden simultan inseriert. Mit DVTs 3 Monate nach der Operation wurde der Erfolg der Augmentation überprüft. Zielparameter der Studie waren biologische Komplikationen und die Resorption des eingesetzten Gewebetransplantates.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/adj.12814

 

Lateral alveolar ridge augmentation with autogenous block grafts fixed at a distance vs resorbable poly-D-L-lactide foil fixed at a distance: 5-year results of a single-blind, randomised controlled trial
Autoren: Korsch, Kasprzyk, S., Walther, W., Bartols, A.: Int J Oral Implantol 2019; 12(3):299-312

Abstract:
Purpose: To report the 5-year outcomes of autogenaus bone block grafts fixed at a distance (BBG-D)versus a resorbable poly-DL-lactide fiol fixed at a distance (SonicWeld Rx shell technique (SWSTI) randomised controlled trial, for lateral alveolar ridge augmentation.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed

 

Postoperative discomfort after implant placement according to the All?on?4 concept with or without Zygoma implants: A prospective clinical study
Autoren: Korsch, M., Baum, A.,Bartols, A.: Clin Oral Impl Res. 2019;00:1–11.

Abstract Objectives:
The purpose of the study was to assess patients' postoperative discomfort after implantations according to the All?on?4 concept with and without using Zygoma implants.

wileyonlinelibrary.com/journal/clr

 

Current Knowledge on Correlations Between Highly Prevalent Dental Conditions and Chronic Diseases: An Umbrella Review
Autoren: Bartols, A., Seitz, M. W., Listl, S., Schubert I., Blaschke, K., Haux, Ch., Van Der Zande, M.M., Centers for Disease Control an Prevention

Introduction
Studies have investigated the relationships between chronic systemic and dental conditions, but it remains unclear how such knowledge can be used in clinical practice. In this article, we provide an overview of existing systematic reviews, identifying and evaluating the most frequently reported dental–chronic disease correlations and common risk factors.

https://www.cdc.gov/pcd/issues/2019/18_0641.htm

 

Auf MTA Oberflächen bildet sich neues Wurzelzement
Autoren: Bartols, A., Dörfer, C., Roussa, E. PeerJ . 2016

In der Akademie gelang erstmals der histologische und immun- histochemische Nachweis an menschlichen Zähnen, dass nach Anwendung von Mineral Trioxide Aggregate neues Wurzelzement und daran inserierend neue parodontale Fasern regenerieren.
Dr. Andreas Bartols, hat zusammen mit Prof. Christoph Dörfer und Prof. Eleni  Roussa diesen Nachweis geführt. Es ist das 1. Mal, dass dieser Nachweis an einem menschlichen Präparat gelang.

Die Studie erscheint in Kürze im Journal of Endodontics.

 

Endodontische Behandlung mit Handinstrumenten vs. Behandlung mit dem Reciproc – System
Bartols A, Reutter C, Robra B-P, Walther W: PeerJ . 2016 June

Eine neue Studie von Dr. Andreas Bartols vergleicht endodontische Behandlung mit Handinstrumenten und die entsprechende Behandlung mit dem Reziproc System. Es handelt sich um eine Multicenter Studie, an der 6 Zahnarztpraxen beteiligt waren. Insgesamt wurde die Behandlung von 137 Patienten ausgewertet.

Die Auswertung ergab, dass beide Behandlungswege geeignet sind, Schmerzen in Zusammenhang mit endodontischen Erkrankungen zu reduzieren. Das Reziproc -System hat allerdings Vorteile in Bezug auf das Erleben der Behandlung durch den Patienten. Außerdem vermindert es die Beanspruchung des Zahnarztes unter dem endodontischen Eingriff.

Die Studie ist frei zugänglich:
https://peerj.com/articles/2182/

 

Multiple-file vs. single-file endodontics in dental practice: a study in routine care
Bartols A, Laux G, Walther W., PeerJ . 2016 Dez

Eine Publikation aus der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe.
Siehe auch vorangegangene Zwillingsstudie.

Die Studie ist frei zugänglich:
https://peerj.com/articles/2182/

Ergebnisse strukturierter Fokusgruppenarbeit: Professionalisierung des zahnärztlichen Gutachterwesens in Deutschland
Professionalization of Legal Dental Experts in Germany: Results of Studies on Structured Focus Groups

Zeitschrift: Thieme Verlag KG, Ausgabe 2016
Autoren: Prof. Winfried Walther, Dr. Hans-Ulrich Brauer, M.A., Dr. Michael Dick

Thieme E-Journals, 2016,

DOI: 10.1055/s-0042-116588
ISSN 0941-3790

 

Stärken und Defizite der Versorgung
Wenn die Wissenschaft einen neuen Begriff prägt, dann dauert es in aller Regel lange, bis die breite Öffentlichkeit davon erfährt.
Bei der „Versorgungsforschung“ war das anders. Politik und Versorgungsträger entdeckten diesen Begriff sehr schnell und schrieben ihm eine besondere Bedeutung zu. Auch die Institutionen der Zahnärzteschaft gehen inzwischen mit diesem Begriff um und verbinden mit ihm ganz konkrete Aufgaben zur Stärkung der Profession.

Zeitschrift: Zahnärzteblatt Baden-Württemberg (ZBW), Ausgabe 6/2015, Leitartikel S. 7,
Autor: Prof. Winfried Walther, Karlsruhe

Zum Artikel

 

Die Therapie der Parodontitis  – nur ein "Anhaltspunkt" für Nutzen?
Autor: Prof. Dr. Winfried Walther, Karlsruhe

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat für den Gemeinsamen Bundesausschuss einen Vorbericht zum Thema „Systematische Behandlung von Parodontopathien“ veröffentlicht. Der Bericht hatte das Ziel die wissenschaftliche Literatur über die Behandlung der Parodontopathien zu sichten und zu prüfen, ob durch klinische Forschung der Nachweis für einen Nutzen der Parodontitistherapie erbracht wurde.
Ein Screening der verfügbaren wissenschaftlichen Literatur durch das IQWiG ergab 6004 Treffer. 5431 der in der primären Suche identifizierten Studien wurden auf Titel- bzw. Abstractebene von der Analyse ausgeschlossen. Weitere 491 Studien wurden nach Inaugenscheinnahme des Volltextes ausgeschlossen. 82 Publikationen wurden für die Analyse gesichtet. Davon waren 40 systematische Übersichtsarbeiten. Die Anzahl der vom IQWiG als relevant befundenen Studien betrug 35.
Das Ergebnis der Analyse dieser Quellen im Vorbericht des IQWiG war, dass sich für die erste Fragestellung, „geschlossene mechanische Therapie“ im Vergleich zu „keiner Behandlung“,  ein Anhaltspunkt für einen Nutzen hinsichtlich der Reduktion von Gingivitis ergebe. Diese Feststellung bedeutet, dass in der Einschätzung des IQWiG allenfalls ein sehr schwacher Hinweis auf Evidenz für die Wirksamkeit der Parodontitistherapie gegeben ist. Es wurden im Bericht 10 weitere Fragestellungen untersucht, für die sich ein entsprechender Anhaltspunkt nicht ergab.
Prof. Walther hat als Antwort auf den Vorbericht des IQWiG eine Stellungnahme geschrieben. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie es zu einer solchen Einschätzung kommen konnte, die allen international akzeptierten Grundlagen der Parodontologie widerspricht.

Stellungnahme zum IQWIG Vorbericht "Systematische Behandlung von Parodontopahtien"

Die Wirksamkeit von postgradualer Weiterbildung im Sinne reflexiver professioneller Entwicklung: Wirkungsfelder, Funktionsmodell und Transfertypologie

Die Studie erforscht mit Hilfe eines qualitativen Designs die Wirksamkeit von postgradualen Weiterbildungsprogrammen aus der zahnmedizinischen Profession und arbeitet deren Potential für eine reflexive professionelle Entwicklung heraus. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in der Definition von neuen Wirkungsfeldern, in denen Weiterbildung nachhaltige Effekte aufweist, der Ableitung eines innovativen Funktionsmodells, um den Transferprozess mit seinen spezifischen Determinanten darzustellen, sowie die Entwicklung einer Transfertypologie, welche zum Verständnis des Transfergeschehens beiträgt und Lern- sowie Bildungsprozesse differenziert betrachtet.

Autorin Dr. Dr. Simone Ulbricht, M.A., Karlsruhe

Zusammenfassung

Klinische Studie zum Thema: Zementassoziierte Periimplantitis

In einer klinischen Studie untersuchte Dr. Michael Korsch die Auswirkungen von Zementüberschüssen auf das periimplantäre Gewebe. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Einsatz eines entsprechenden Zements zur Befestigung von festsitzendem Zahnersatz auf Implantaten ganz spezifische Risiken auftreten, die den Langzeiterfolg der Implantation in Frage stellen.

Cement-associated peri-implantitis: a retrospective clinical observational study of fixed implant-supported restorations using a methacrylate cement. Korsch M, Obst U, Walther W: Clin. Oral Impl. Res. 0, 2013 / 1–6
Zum Abstract

Predictors of excess cement and tissue response to fixed implant-supported dentures after cementation. Korsch M, Robra BP, Walther W: Clin Implant Dent Relat Res. 2015 Jan; 17 Suppl 1: e45-53. Epub 2014 Jul 24.
Zum Abstract

Cement-associated signs of inflammation: retrospective analysis of the effect of excess cement on peri-implant tissue. Korsch M, Robra BP, Walther W: Int J Prosthodont. 2015 Jan-Feb; 28(1): 11-8.
Zum Abstract

Peri-implantitis associated with type of cement: a retrospective analysis of different types of cement and their clinical correlation to the peri-implant Tissue. Korsch M, Walther W: Clin Implant Dent Relat Res. 2015 Oct; 17 Suppl 2: e434-43. Epub 2014 Sep 2.
Zum Abstract

Stabilität von Suprakonstruktionen auf Implantaten in Abhängigkeit von den Retentionselementen

In einer klinischen Studie untersuchte Dr. Michael Korsch ...

Retrospective analysis of loosening of cement-retained vs screw-retained fixed implant-supported reconstructions. Korsch M, Walther W: Quintessence Int. 2015 Jul-Aug; 46(7): 583-9
Zum Abstract 

Prefabricated Versus Customized Abutments: A Retrospective Analysis of Loosening of Cement-Retained Fixed Implant-Supported Reconstructions. Korsch M, Walther W: Int J Prosthodont. 2015 Sept-Oct; 28(5): 522-6
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Periimplantäre Biofilme auf Konstruktion und Zement abhängig von der Art des Zementes

In einer klinischen Studie untersuchte Dr. Michael Korsch ...

Microbial analysis of biofilms on cement surfaces: An investigation in cement-associated peri-implantitis. Korsch M, Walther W, Marten SM, Obst U: J Appl Biomater Funct Mater. 2014 Sep 5; 12(2): 70-80
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Effect of dental cements on peri-implant microbial community: comparison of the microbial communities inhabiting the peri-implant tissue when using different luting cements. Korsch M, Marten SM, Dötsch A, Jáuregui R, Pieper DH, Obst U: Clin Oral Implants Res. 2015 Mar 21. Doi 10.1111/clr. 12582. [Epub ahead of print]
Zum Abstract