20-jährige Verlaufsbetrachtung der Konus-Konstruktion bei stark reduzierter Restbezahnung

Ingo Müller-Koelbl

Die vorliegende Studie untersuchte durch eine prospektive Fallanalyse mit zurückversetztem Ausgangsdatum teleskopierend verankerten partiellen Zahnersatz, welcher vor ca. 20 Jahren in der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe eingegliedert wurde. Neben der klinischen Bewährung der Teleskopprothesen wurden deren Nachsorgekosten evaluiert. Die Kostenkalkulation wurde unter Berücksichtigung technischer sowie biologischer Komplikationen der Prothese beziehungsweise des Prothesenlagers erstellt. Die Grundlage der Studie bildeten die Daten von 33 Patienten, die mit einer Teleskopprothese versorgt worden waren. Alle Teleskopprothesen wurden in der Poliklinik der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung hergestellt. Nach einem Beobachtungszeitraum aller Prothesen von 17 Jahren waren noch 10 (30,3%) der ursprünglich 33 Teleskopprothesen in situ. Insgesamt wurden im gesamten Beobachtungszeitraum 19 von 33 Teleskopprothesen durch mindestens eine neue Teleskopprothese ersetzt. Das entspricht 57,6% aller Teleskopprothesen. Unter den insgesamt aufgetretenen 45 Neuversorgungen waren 27 Teleskopprothesen, darunter auch die zweite, dritte und vierte Konstruktion, 17 Totalprothesen und eine festsitzende implantatprothetische Konstruktion vorzufinden. Das heißt, es wurden mit 60,0% häufiger neue Teleskopprothesen eingegliedert als dass die Prothese in eine Totalprothese umfunktioniert wurde (37,8%). Es zeigt sich der Trend, dass nach 24 Jahren von den ursprünglich eingegliederten Konstruktionen insgesamt noch 7 Konstruktionen (21,2%) in Funktion stehen. 8 Patienten wurden während des gesamten Beobachtungszeitraumes mit einer zweiten Teleskoparbeit versorgt (24,3%). Vier Patienten benötigten eine dritte Konstruktion (12,2%) und ein Patient eine vierte Teleskopprothese (3,1%). Die Versorgung mittels einer implantatprothetischen Rekonstruktion wurde nur in einem Patientenfall durchgeführt. Nach 24 Jahren waren nur 12 von 33 Patienten (36,4%) mit einer Totalprothese versorgt. Nach 13 Jahren waren noch nahezu die Hälfte (48,5%) aller ursprünglich eingegliederten Teleskopprothesen in situ. Folgende technischen Wiederherstellungsmaßnahmen wurden in numerisch absteigender Reihenfolge durchgeführt: Druckstellenentfernung (26%), Rezementierung (24%), Unterfütterungen (19%), Verblendungsreparatur (12%), Metallbasisbruchreparaturen (5%), Erweiterung der Prothese (3%), Kunststoffbasisreparatur (3%), Friktionserhöhung (2%), Reparatur / Neuanfertigung Primärkrone oder Gerüst (2%), Zahnneubefestigung (1%), Zahnneuaufstellung (1%) Nachsorgemaßnahmen, die in Folge von physiologischen Umbauvorgängen des Gewebes oder in Folge von Anpassungsvorgängen auftraten (Druckstellenentfernung:26%, Unterfütterung: 19%) lagen generell im oberen Drittel der Wiederherstellungshäufigkeiten. Folgende biologische Nachsorgemaßnahmen wurden durchgeführt: Parodontalbehandlungen (35%), Extraktionen (27%), Wurzelkanalbehandlungen (20%), Stiftanfertigung (17%), Stiftneuanfertigung (1%). Von den in der Erstkonstruktion einbezogenen 109 Zähnen wurden bis zum Ende des Beobachtungszeitraumes insgesamt 70 extrahiert. Dies entspricht 64,2% aller Pfeilerzähne. Bei 4 von 33 Patienten (12,1%) erfolgte keine Extraktion. Pro Prothese entstanden durchschnittliche Gesamtkosten von 1067,00€ für Wiederherstellungsmaßnahmen, die aufgrund technischer Komplikationen auftraten und von 639,00€ für Behandlungsmaßnahmen, die aufgrund biologischer Komplikationen auftraten. Betrachtet man diese Kosten über den mittleren Beobachtungszeitraum von 24 Jahren hinweg, so belaufen sich die durchschnittlichen Nachsorgekosten pro Patient und Jahr auf ca. 72,00 €.