Wunschberuf Zahnarzt* – Motivationsgründe für die Aufnahme eines Zahnmedizinstudiums

Dr. Marco Michael Herz, MME

Einleitung und Fragestellung: Das Zahnmedizinstudium erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Auf einen Studienplatz kommen sechs Bewerber und der Anteil der weiblichen Studierenden steigt stetig an. Die Motivationsgründe, um Zahnarzt werden zu wollen, sind vielfältig und können durch Personen- und/oder Umweltfaktoren beeinflusst werden, wie etwa Empathie für kranke Menschen, das hohe Ansehen des Berufs, die guten Verdienstmöglichkeiten oder das Einbringen der eigenen handwerklichen Geschicklichkeit.

Ziel dieser Arbeit war es, Schüler und angehende Studierende nach ihren Motivationsgründen zu befragen, die sie zur Aufnahme eines Zahnmedizinstudiums bewegen, und diese zu analysieren.

Methodik: Schüler der höheren Klassen weiterführender Schulen sowie angehende Studierende nahmen an einer schriftlichen Befragung teil. Der Fragebogen enthielt u.a. eine Reihe bereits in ähnlichen Studien verwendeter vorgegebener Motive, die mit einer fünfstufigen Likert-Skala zu bewerten waren. Ergänzend wurden vier episodische Interviews mit je zwei Studierenden des 1. und 10. Fachsemesters geführt, transkribiert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.

Ergebnisse: An der Befragung nahmen 280 Frauen und 110 Männer teil. Der Altersdurchschnitt betrug 18,4 Jahre. 61 planten eine Lehre, 64 gaben an, bereits eine Lehre abgeschlossen zu haben und 93 Teilnehmer hatten bereits einen Studienplatz. Frauen und Männer bewerteten das Motiv „Für Patienten da zu sein“ am höchsten, gefolgt von den „guten Berufsaussichten“. Bei den Frauen folgte danach die „abwechslungsreiche Tätigkeit“, bei den Männern das „wissenschaftliche Interesse“. Personen mit geplanter Lehre stimmten dem Motiv „Für Patienten da zu sein“ signifikant höher zu als die restlichen Teilnehmer, während bei den Befragten mit abgeschlossener Lehre die Zustimmungsrate für das Motiv „hohe Verantwortung des Berufs“ im Vergleich zu den übrigen Befragten sogar hoch signifikant war. Die Interviews bestätigten und ergänzten größtenteils die Erkenntnisse aus den Fragebögen.

Schlussfolgerung: Es zeigt sich, dass bei Frauen und Männern durchaus unterschiedliche Beweggründe für die Aufnahme eines Zahnmedizinstudiums eine Rolle spielen. Praktika oder gar eine Ausbildung scheinen großen Einfluss auf die Berufswahl auszuüben und bieten den Studierenden wichtige Erfahrungen. Da die Standorte zukünftig eigene Studienschwerpunkte anbieten können, lassen sich hier zukünftige Auswahltests dementsprechend zielgruppenorientiert gestalten.