In seinem Vortrag beleuchtete er die Einsatzmöglichkeiten und den Mehrwert anhand vieler klinischer Beispiele und zeigte, dass der Laser nicht nur zum Schneiden oder zur Ablation von Gewebe im Rahmen chirurgischer Indikationsstellungen geeignet ist, sondern auch bei Indikationen in der restaurativen Zahnheilkunde, der Parodontologie, der Periimplantitistherapie oder auch der Endodontie eingesetzt werden kann.

Dabei stellte er ausdrücklich klar, dass die Anwendung eines Lasers in der Praxis – anders als von der Industrie feilgeboten – „keine eigene Zahnmedizin generiert“, sondern als zusätzliches Instrument das zahnärztliche Portfolio erweitert.

Die Wirkung des Lasers im Gewebe korreliert mit der Intensität der Laserstrahlung, welche mit der Eindringtiefe abnimmt. Neben der Ablation von Gewebe, was die höchste Intensität erfordert, lassen sich mit niederer Intensität auch Effekte wie Koagulation, Dekontamination, Dehydration und Biostimulation erreichen. Dadurch wird z.B. bei der Durchtrennung eines Lippenbands neben der Durchtrennung der Fasern, zusätzlich eine Koagulation und damit eine Blutstillung erreicht. Eine zusätzliche Naht ist in den meisten Fällen nicht erforderlich. Die Biostimulation des Gewebes begünstigt den Heilungsverlauf gegenüber konventionellen chirurgischen Techniken.

Statt langer Indikationslisten und komplexer Geräteeinstellungen, reichen laut Dr. Wittschier lediglich fünf Grundeinstellungen mit unterschiedlicher Intensität aus, um sämtliche Effekte des Lasers nutzbar zu machen.

In der Parodontologie oder der Endodontie kann der Laser als adjuvantes Mittel ergänzend zur konventionellen Therapie eingesetzt werden. In Studien zeigte sich, dass der Laser in der Lage war durch seinen dekontaminierenden Effekt die Last an Parodontalpathogenen, auch in mechanisch nicht erreichbaren Bereichen, zu senken. Der biostimulierende Effekt begünstigt die Geweberegeneration, durch eine gesteigerte Proliferation von Osteoblasten und eine vermehrte Anlagerung von Kollagen. Dies wird deutlich im Vergleich zu nicht bestrahltem Gewebe.

In der Endodontie nutzt Dr. Wittschier den Laser bei niedriger Intenstität zur Dekontamination des Kanallumens bis ins angrenzende Wurzeldentin. Während konventionelle Spülmaßnahmen nur gut 100 mm in die Dentintubuli eindringen, ist mit der Laseranwendung eine Dekontamination bis über 1000 µ
Tiefe möglich. Zusätzlich kann damit eine Neutralisierung von bakteriellen Toxinen erreicht werden.

Laserinnovation erfordert eine entsprechende postgraduale Ausbildung, die Einbindung des Praxisteams, eine Änderung der Praxisroutine und ein mittleres bis hohes Investitionsvolumen. Dadurch kann der Zahnarzt jedoch sein Therapiespektrum erweitern und mit diesem Alleinstellungsmerkmal seine Marktposition festigen. Dies ist auch unter ökonomischen Gesichtspunkten nicht uninteressant.