"Okklusion – was gibt es Neues?"

Die Okklusion … sie begegnet uns täglich – bei jedem Patienten. Sie ist uns vertraut wie die Zähne, die Lippen und die Zunge und dennoch: Wir ringen ständig um ein besseres Verständnis für sie. Dabei kommt es auch zum Streit. Ältere Kolleginnen und Kollegen erinnern sich noch an wissenschaftliche Kontroversen, die eher Glaubenskriegen glichen.
Was gilt heute als Stand des Wissens und als Basis für eine adäquate Therapie? Um das zu erörtern kommen vier ausgewiesene Experten aus Israel, der Schweiz und Deutschland in Karlsruhe zusammen. Jeder bearbeitet einen wichtigen Aspekt dieses Kapitels: die Dentalanthropologie, die Okklusionskonzepte, die prothetische Therapie und die Therapie der craniomandibulären Dysfunktion. Die Okklusion hält noch viele Überraschungen bereit.
Sie ist höchstwahrscheinlich viel wichtiger als wir bislang glaubten. Zusammenhänge, wie der zwischen Okklusion und dem geistigen Leistungsvermögen kommen in den Fokus der Wissenschaft. Begriffe wie das „sensomotorische Training“ halten Einzug in das Repertoire therapeutischer Maßnahmen.Die Karlsruher Konferenz 2019 verspricht außerordentlich spannend, aber auch hilfreich für die Praxis zu werden.

Zur Anmeldung 

Programm Freitag, 05. April 2019

09.15 – 9.30 Uhr

 

Prof. Dr. Winfried Walther, Karlsruhe
Begrüßung und Einführung in das Tagungsprogramm

09.30 – 10.30 Uhr

 

Prof. Dr. Jens Türp, M.Sc., M.A. Basel, CH
„Die Okklusion – eine wissenschaftliche Heraus- forderung für Zahnmedizin und Dentalanthropologie“
In den 1970er Jahren zierte ein gleichermaßen frustrierendes wie provokantes Graffito die studentischen Waschräume der renommierten School of Dentistry (Ramfjord!, Ash!) der Universität von Michigan (Ann Arbor): “Occlusion is confusion, but there is no solution.” Dieser Satz scheint auf der ersten Blick bis heute kaum an Wahrheitsgehalt verloren zu haben. Aber haben wir wirklich nichts gelernt seitdem? Manchmal bringt ein frischer Blick über den Tellerrand erhellende Erkenntnisse.

10.30 – 11.00 Uhr Gemeinsame Kaffeepause
11.00 – 11.30 Uhr Dr. Norbert Engel, Mühlacker
Vorsitzender des Verwaltungsrates der Akademie 
Aufnahme der neuen Mitglieder der Karlsruher Konferenz

11.30 – 12.15 Uhr

Prof. Dr. Hans-Jürgen Schindler, Karlsruhe
„Okklusionskonzepte auf dem Prüfstand“
Ein Umdenken ist angesagt – sowohl in der Restauration wie in der Rehabilitation der Okklusion. Fast zweihundert Jahre herrschte in der Zahnheilkunde die Vorstellung eines mechanisch idealisierten Kausystems. Statische und kinematische Konzepte beherrschten die zahnmedizinische Lehre. Heute zeichnet die physiologische und biomechanische Forschung ein hochkomplexes Bild des stomatognathen Systems. Das funktionelle Verhalten des Kausystems wird jetzt auch hinsichtlich seiner dynamischen resp. kinetischen Bedingungen betrachtet, was eine erhebliche Erweiterung der Grundlagen für therapeutische Konzepte darstellt.

12.15 – 14.00 Uhr Gemeinsames Mittagessen
14.00 – 14.30 Uhr Akademie Aktuell
Verleihung des Walther-Engel-Preises 2019 durch den Präsidenten der LZK BW Dr. Torsten Tomppert
Ehrung des Preisträgers

14.30 – 15.30 Uhr

 

Prof. Dr. Ami Smidt, Jerusalem, IL
„Reprogramming Occlusion“
Viele Begriffe wurden eingeführt um die „Okklusion“ zu beschreiben. Dennoch sind wir auch heute nicht sicher, was genau wir darunter verstehen sollen. Der Vortrag beschreibt das praktische prothetische Vorgehen in Fällen, in denen es zum Verlust der Okklusion gekommen ist. Hierbei werden auch Fälle vorgestellt, in denen intermaxilläre Kontakte verloren gingen, ohne dass Zahnverlust eingetreten wäre. Die Therapie für eine Reprogrammierung der Okklusion mit dem Ziel einer komplikationsfreien Rehabilitation des Kauorgans wird Schritt für Schritt vorgestellt. Besonderer Wert wird auf das Verstehen der biologischen Vorgänge im Rahmen dieser Vorgehensweise gelegt. Vortrag in englischer Sprach.

15.30 – 16.00 Uhr Gemeinsame Kaffeepause

16.00 – 17.00 Uhr

 

PD Dr. Daniel Hellmann, Würzburg 
„Innovation in der Rehabilitation des Kauorgans – Abschied von der Wunderschiene“
Okklusionsschienen sind in Deutschland unter den zur Verfügung stehenden Optionen das am häufigsten eingesetzten Therapiemittel bei der Behandlung von kraniomandibulären Dysfunktionen. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über die Mechanismen der Wirkung von Okklusionsschienen entzaubern allerdings die früheren landläufigen Ideen von „idealen“ Zahnkontakten und Kieferpositionen. Der Vortrag erläutert die aktuellen Hypothesen über die Entstehung von schmerzhaften craniomandibulären Dysfunktionen und zeigt vor diesem Hintergrund zeitgemäße Konzepte in der Schienentherapie sowie innovative therapeutische Ansätze auf dem Gebiet des sensomotorischen Trainings.

17.00 Uhr Get together


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