Schwarzwaldhalle Karlsruhe
Freitag, 06. November 2020

"Visionen und Wege Woher wir kommen, worauf es jetzt ankommt"

100 Jahre
So alt ist die Akademie jetzt geworden. Das sind mehr Jahre als einem normalen Menschenleben zugemessen sind. Es lohnt sich zurückzublicken und aus diesen Jahren zu lernen. Und es lohnt sich, nach vorn zu blicken, um zu ergründen, wie es weitergehen kann.

Der Blick in die Geschichte ist etwas spezifisch Menschliches. Er hilft uns, Klarheit über uns zu gewinnen, zu verstehen, warum wir so denken, wie wir denken. Unser Jubiläum ist Anlass, solch einen Rückblick zu wagen.
Schwere Zeiten wechseln sich ab mit guten Zeiten. Dieses Jahr hatte ohne Frage ganz besondere Härten. Fast alle zahnärztlichen Praxen hatten vorübergehend geschlossen oder befanden sich in Kurzarbeit. Wir wussten über viele Monate nicht, ob wir überhaupt zur Jubiläumskonferenz würden einladen können. Ein besonderes Sicherheitskonzept der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH hat dies möglich gemacht. Unser Treffen wird anders sein, als wir es gewohnt sind. Aber neue Erfahrungen zu machen gehört zum Erleben von Geschichte.

Der Blick in die Geschichte kommt nicht aus ohne Zeitzeugen. Wir haben eine ganze Reihe von Walther-Engel-Preisträgern gebeten, uns als Zeitzeugen zur Verfügung zu stehen. Im Walther-Engel-Forum und in drei Expertenpanels stehen sie uns zur Verfügung. Sie haben Kolleginnen und Kollegen eingeladen, um uns ein breites Spektrum an Erfahrung und Wissen zu bieten. Die Geschichte steht an zur Betrachtung – die Zukunft zur Diskussion.

Online-Anmeldung

09.15 – 09.30 Uhr
Prof. Dr. Bernd Klaiber, Würzburg
„Ästhetik – der Charme des  Einfachen“
Ästhetische Korrekturen im Frontzahnbereich werden vornehmlich mit laborgefertigten Restaurationen oder kieferorthopädischen Maßnahmen durchgeführt. Anstelle aufwändiger Behandlungen lassen sich in vielen Situationen aber auch mit einem minimalinvasiven bzw. noninvasiven Vorgehen ansprechende Ergebnisse erzielen. Die Patienten sind darüber meist angenehm überrascht und sehr glücklich, die Behandler haben ein Erfolgserlebnis und darüber hinaus auch noch ein gutes Gewissen.

09.30 – 09.45 Uhr
PD Dr. Anne Wolowski, Münster
„Psychosomatik - vom Stiefkind zum etablierten Fach, eine Aschen-puttel – Geschichte“
Mitte der 90iger Jahre hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass es körperliche Beschwerden gibt, die wie körperlich verursacht aussehen, aber durch somatische Ursachen nicht bzw. nicht hinreichend erklärt werden können.  2020 ist diese umfassende Betrachtungsweise bezogen auf jeden Patienten in der Zahnmedizin angekommen und essentieller Bestandteil von Fort- und Weiterbildungen, zahnmedizinischen Leitlinien und auch des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs. Sie ist ebenso eine wichtige Schnittmenge zur Allgemeinmedizin.

09.45 –10.00 Uhr
Prof. Dr. Stefan Rupf, Homburg/Saar
„ZahnMEDIZINische Ausbildung – Wege in die Zukunft“
Mit der Einführung der neuen Approbationsordnung für Zahnmediziner verändert sich die Lehre in unserem Fachgebiet auf vielfältige Weise. Medizinische Inhalte werden in Zukunft das Bild bestimmen. Der Sorge, dass die praktischen Ausbildungsinhalte nicht ausreichend dargestellt sind, wird durch die Intensivierung der propädeutischen Ausbildung begegnet. Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen durch die Corona-Krise ist für die zahnmedizinische Lehre in Deutschland in dieser Zeit ein deutlicher Modernisierungsschub eingeleitet worden.

10.00 – 10.15 Uhr
Prof. Dr. Eleni Roussa, Freiburg
„Grundlagenforschung in der Anatomie: Elfenbeinturm oder Praxisnähe?“
Die Vermittlung anatomischen Wissens ist seit Jahrhunderten unbestritten die(!) Grundlage der medizinischen Ausbildung. Neben der Vermittlung dieser wichtigen Kenntnisse beschäftigt sich das Fach aber auch in besonderem Maße mit Fragen der Grundlagenforschung. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, inwieweit die anatomische Grundlagenforschung außerhalb eines wissenschaftlichen Elfenbeinturmes, in dem sie zumeist verortet wird, auch Erkenntnisse zu generieren vermag, die für die tägliche Praxis relevant sind und Anwendung finden.

 

10.15 – 10.30 Uhr
Dr. Bernd Reiss, Malsch
„Das dynamische digitale Modell DDM - Die Zukunft im Jetzt“
Stellen Sie sich vor, Ihr Patient kommt zur 01 und Sie sehen unkompliziert, was in seinem Mund im Verlauf der letzten Jahre geschehen ist: morphologische Veränderungen, pathologische Prozesse, restaurative Maßnahmen. Ein solches Instrument - das dynamische digitale Modell - bietet eine Grundlage für die Prognose der Zahngesundheit unserer Patienten und für die Nachhaltigkeit unserer therapeutischen Maßnahmen. Nicht der technologische Fortschritt, sondern der gekonnte und kompetente Einsatz digitaler Technologien wird in Zukunft den Erfolg von ZahnÄRZTIN/ZahnARZT  ausmachen.

 

11.15 – 11.35 Uhr
Prof. Dr. Christof Dörfer, Kiel
„Parodontologie - Wie zukunftssicher ist unser Wissen?“
Der rasante Fortschritt in der biologischen Forschung und die statistische Analyse riesiger Datenmengen haben unseren Blick auf das orale Ökosystem radikal verändert. Dies hat Konsequenzen auch für das Verständnis von Erkrankungen. Die Parodontologie unterliegt deswegen einem äußerst dynamischen Wandel. Dies äußert sich u.a. in einer neuen Klassifikation und neuen Behandlungsleitlinien. Allerdings bleibt die Handlungsebene im Kern davon unberührt. Präventionsorientiertheit, Substanzschonung, Personalisierung und Nachhaltigkeit gewinnen weiter an Bedeutung in dem Bemühen um lebenslangen Zahnerhalt.

11.35 – 11.55 Uhr
Prof. Dr. Bettina Dannewitz, Weilburg
„Parodontale Entzündung besiegen – gibt es einen Königsweg?“
Parodontitis ist eine multifaktorielle, chronisch entzündliche Erkrankung im Zusammenhang mit einem dysbiotischen Biofilm. Deswegen sind antibakterielle und/oder antiinflammatorische Therapieansätze gefordert. Diese umfassen ein großes Spektrum an Maßnahmen, deren Nutzen zum Teil auch kontrovers diskutiert und bewertet wird. Es gibt allerdings einen breiten Konsens über den „schnellsten und sichersten“ Weg, um Parodontitis langfristig erfolgreich behandeln zu können. Aber lässt sich dieser Königsweg auch in die tägliche Praxis bringen?

11.55 – 12.15 Uhr
Prof. Dr. Bernadette Pretzl, Heidelberg
„Parodontitis – wen trifft es morgen?“
Der rasante Fortschritt in der biologischen Forschung und die statistische Analyse riesiger Datenmengen haben unseren Blick auf das orale Ökosystem radikal verändert. Dies hat Konsequenzen auch für das Verständnis von Erkrankungen. Die Parodontologie unterliegt deswegen einem äußerst dynamischen Wandel. Dies äußert sich u.a. in einer neuen Klassifikation und neuen Behandlungsleitlinien. Allerdings bleibt die Handlungsebene im Kern davon unberührt. Präventionsorientiertheit, Substanzschonung, Personalisierung und Nachhaltigkeit gewinnen weiter an Bedeutung in dem Bemühen um lebenslangen Zahnerhalt.

14.00 – 14.20 Uhr
Prof. Dr. Marc Schmitter, Würzburg
„Funktion: von Analog bis Digital“
Die Digitalisierung in der Zahnmedizin macht auch vor der Funktion nicht halt. Doch obwohl computergestützte Verfahren die Funktionslehre bereichern, darf der Patient und dessen Individualität, die sich noch immer mit klassischen Hilfsmitteln am besten erfassen lässt, nicht in den Hintergrund treten. Insbesondere, wenn Schmerzen eine zentrale Rolle spielen, geht die Diagnostik weit über biomechanische Aspekte hinaus.
Daher sollten digitale und klassische Untersuchungsverfahren Hand in Hand die funktionsdiagnostische Analyse optimieren.

14.20 – 14.40 Uhr
Prof. Dr. Sven Reich, Aachen
„Der Intraoralscanner – wohin geht die Reise?“
Das Postulat „auf Dauer werden alle analogen Techniken durch digitale ersetzt“ trifft sicher auch für die Zahnmedizin zu. Bezüglich der Intraoralscanner befinden wir uns in einer spannenden Übergangszeit. Daher werden im Vortrag folgende Fragen beantwortet: Wo liegen aktuell die Stärken und die Schwächen der Intraoralscanner – in welchen Bereichen können sie mehr oder weniger als die konventionelle Abformung? Welche Entwicklungen sind zu erwarten und ab wann wird es für mich in der Praxis ein „Muss“, einen Intraoralscanner zu integrieren?

14.40 – 15.00 Uhr
Prof. Dr. Dipl.-Ing. Martin Rosentritt, Regensburg
„Moderne zahnärztliche Werkstoffe – aktuelle Trends und Visionen“
Dentalmaterialien werden durch kontinuierliche Weiterentwicklung fortwährend optimiert. Durch die Kombination von Keramik und Kunststoff entstehen beispielsweise innovative Hybridmaterialien. Die Fortschritte in den Bereichen des CAD/CAM – und virtuelles Design und Fräsen haben zudem entscheidend zur Attraktivitätt fortschrittlicher dentaler Materialien beigetragen. Klinische Studien und wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass ein umfassendes Materialverständnis zum langfristigen Erfolg der zahnmedizinischen Versorgung beiträgt. .

16.00 – 16.15 Uhr
PD Dr.  Katharina Bücher, München
„Kinder mit Behinderungen – gemeinsam zum Ziel“
Eine gute Mundgesundheit von Kindern mit Grunderkrankungen und Behinderungen spielt eine bedeutende Rolle für die Lebensqualität dieser besonders vulnerablen Gruppe. Die zahnärztliche Betreuung dieser Kinder muss geprägt sein durch Individualität und Interdisziplinarität von Eltern, Zahnärzten, Pädiatern und Therapeuten. Dabei steht ein nachhaltiges Sanierungskonzept im Vordergrund. Nur gemeinsam, im Einklang von häuslichen, klinischem und dem Praxisumfeld kann eine wirkliche Teilhabe für diese Kinder gelingen.

16.15 – 16.30 Uhr
Dr. Marc Auerbacher, München
„Erwachsene mit Behinderung - ganzheitlich ansetzen“
In keinem anderen Fachgebiet der Zahnmedizin ist der Erfolg einer zahnärztlichen Behandlung derart stark an die Bereitschaft zu Engagement und der Fähigkeit zur Empathie geknüpft ist, wie in der Behandlung von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Die Kenntnis und Anwendung von Kommunikationsstrategien und verhaltensführenden Techniken ermöglicht in vielen Fällen eine Behandlung dieser Patienten im Wachzustand. Nicht nur wenige Spezialisten sollten darüber verfügen. Es handelt sich um eine gesellschaftspolitische und berufsethische Verpflichtung.

16.30 – 16.45 Uhr
Dr. Elmar Ludwig, Ulm
„Alte Menschen mit Pflegebedarf – weniger ist mehr“
Demenz, Schluckstörungen, rechtliche Aspekte… – die zahnärztliche Betreuung pflegebedürftiger alter Menschen erfordert vielseitige Kompetenzen. Geht es um die Therapie, sind aufwändige und invasive Behandlungen aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit häufig nicht sinnvoll – mit Kreativität und Augenmaß finden sich aber in der Regel einfachere mitunter unkonventionelle Lösungen. Weniger ist mehr!

16.45 – 17.00 Uhr
Dr. Guido Elsäßer, Kernen
„Die Versorgung von Patienten mit besonderem Betreuungsbedarf - heute und 2030“
Der Vortrag analysiert die aktuelle Versorgungssituation von Patienten mit besonderem Betreuungsbedarf. Wie ist es um die Mundgesundheit dieser vulnerablen Patientengruppen in Deutschland bestellt? Wie viele Menschen mit Pflegegrad und wie viele Menschen mit Behinderungen leben in Deutschland und wie und wo werden diese Menschen versorgt? Ausgehend von diesen Betrachtungen werden verschiedene Versorgungsszenarien für das Jahr 2030 aufgezeigt und schließlich Versorgungsziele formuliert.

Programm 
 

Walther-Engel-Forum
Visionen und Wege

9.00 – 9.15 UhrProf. Dr. Winfried Walther, Dr. Dr. Hans Ulrich Brauer, M.A. Karlsruhe
"Was uns die Geschichte lehrt"
  
9.15 – 9.30 UhrProf. Dr. Bernd Klaiber, Würzburg
„Ästhetik – der Charme des Einfachen“  
  
9.30 – 09.45 UhrPD Dr. Anne Wolowski, Münster
„Psychosomatik – vom Stiefkind zum etablierten Fach, eine Aschenputtel-Geschichte“
  
09.45 – 10.00 UhrProf. Dr. Stefan Rupf, Homburg/Saar
„ZahnMEDIZINische Ausbildung – Wege in die Zukunft“
  
10.00 – 10.15 UhrProf. Dr. Eleni Roussa, Freiburg
„Grundlagenforschung in der Anatomie: Elfenbeiturm oder Praxisnähe“
  
10.15 – 10.30 UhrDr. Bernd Reiss, Malsch
„Das dynamische digitale Modell DDM –  die Zukunft im Jetzt“
  
10.30 – 10.45 Uhr„Worauf es jetzt ankommt“ – Das Podium diskutiert
  
10.45 – 11.15 UhrGemeinsame Kaffeepause
  
 

Expertenpanel
Parodontologie

  
11.15 – 11.35 UhrProf. Dr. Christof Dörfer, Kiel
„Parodontologie – Wie zukunftsicher ist unser Wissen?“
  
11.35 –11.55 UhrPD Dr. Bettina Dannewitz
„Parodontale Entzündung besiegen – Gibt es einen Königsweg?“
  
11.55 – 12.15 UhrProf. Dr. Bernadette Pretzl, Heidelberg
„Parodontitis – Wen trifft es morgen?“
  
12.15 – 12.45 Uhr„Worauf es jetzt ankommt“ – Das Podium diskutiert
  
12.45 – 14.00 UhrGemeinsames Mittagessen
  
 

Expertenpanel
Prothetik und Dentale Technologie

  
14.00 – 14.20 Uhr  Prof. Dr. Marc Schmitter, Würzburg
„Funktion: von analog bis digital“
  
14.20 – 14.40 UhrProf. Dr. Sven Reich, Aachen
„Der Intraoralscanner – wohin geht die Reise?“
  
14.40 – 15.00 UhrProf. Dr. Dipl.-Ing. Martin Rosentritt, Regensburg
„Modernen zahnärztliche Werkstoffe – aktuelle Trends und Visionen“
  
15.00 – 15.30 Uhr„Worauf es jetzt ankommt“ – Das Podium diskutiert
  
15.30 – 16.00 UhrGemeinsame Kaffeepause
  
 

Expertenpanel
Zahnmedizin für Patienten mit besonderem Betreuungsbedarf

  
16.00 – 16.15 UhrPD Dr. Katharina Bücher, München
„Kinder mit Behinderung – gemeinsam zum Ziel“
  
16.15 – 16.30 UhrDr. Marc Auerbacher, München
„Erwachsene mit Behinderung – ganzheitlich ansetzen“
  
16.30 – 16.45 UhrDr. Elmar Ludwig, Ulm
„Alte Menschen mit Pflegebedarf – weniger ist mehr“
  
16.45 – 17.00 UhrDr. Guido Elsäßer, Kernen
„Die Versorgung von Patienten mit besonderem Betreuungsbedarf – heute und 2030“
  
17.00 – 17.30 Uhr„Worauf es jetzt ankommt“ – Das Podium diskutiert
  
17.30 Uhr„100 Jahre – Ausklang mit Musik und Wein“
 im Foyer der Schwarzwaldhalle

Online-Anmeldung

 

Sicherheit

Die Konferenz wurde mit Sorgfalt geplant, um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten. Die Karlsruher Messe- und Kongress GmbH hat ein Sicherheitskonzept erarbeitet, das alle Teile der Veranstaltung umfasst. Diese „Schutz- und Hygienemaßnahmen gegen SARS-CoV-2“ sind die Richtlinie für die Sicherheit der Konferenz. Die Aufplanung in der Kongresshalle sieht Einzeltische für jeden Teilnehmer/innen vor. Besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für Einlass, Auslass und die Einnahme der Getränke und Speisen. Es gelten im Rahmen der Veranstaltung die allgemein bekannten Maßnahmen zum Schutz gegen Infektion: das Abstandsgebot, allgemeine  Hygieneregeln (kein Händeschütteln, Händedesinfektion, Niesetikette, Mund-Nasenschutz in Abhängigkeit von den geltenden Verordnungen). Die Teilnahme ist nicht möglich bei Vorliegen von Krankheitssymptomen bzw. bei Kontakt mit Infizierten im Vorfeld der Veranstaltung. Bei einer kurzfristigen Stornierung entstehen den Teilnehmenden keine Kosten. Alle angemeldeten Teilnehmer/innen erhalten spezielle Informationen zum Sicherheitskonzept im Vorfeld der Tagung. Bei Fragen zu diesem Thema stehen wir gern zur Verfügung.

 

Schwarzwaldhalle Karlsruhe
Freitag, 06. November 2020

"Visionen und Wege Woher wir kommen, worauf es jetzt ankommt"

100 Jahre
So alt ist die Akademie jetzt geworden. Das sind mehr Jahre als einem normalen Menschenleben zugemessen sind. Es lohnt sich zurückzublicken und aus diesen Jahren zu lernen. Und es lohnt sich, nach vorn zu blicken, um zu ergründen, wie es weitergehen kann.

Der Blick in die Geschichte ist etwas spezifisch Menschliches. Er hilft uns, Klarheit über uns zu gewinnen, zu verstehen, warum wir so denken, wie wir denken. Unser Jubiläum ist Anlass, solch einen Rückblick zu wagen.
Schwere Zeiten wechseln sich ab mit guten Zeiten. Dieses Jahr hatte ohne Frage ganz besondere Härten. Fast alle zahnärztlichen Praxen hatten vorübergehend geschlossen oder befanden sich in Kurzarbeit. Wir wussten über viele Monate nicht, ob wir überhaupt zur Jubiläumskonferenz würden einladen können. Ein besonderes Sicherheitskonzept der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH hat dies möglich gemacht. Unser Treffen wird anders sein, als wir es gewohnt sind. Aber neue Erfahrungen zu machen gehört zum Erleben von Geschichte.

Der Blick in die Geschichte kommt nicht aus ohne Zeitzeugen. Wir haben eine ganze Reihe von Walther-Engel-Preisträgern gebeten, uns als Zeitzeugen zur Verfügung zu stehen. Im Walther-Engel-Forum und in drei Expertenpanels stehen sie uns zur Verfügung. Sie haben Kolleginnen und Kollegen eingeladen, um uns ein breites Spektrum an Erfahrung und Wissen zu bieten. Die Geschichte steht an zur Betrachtung – die Zukunft zur Diskussion.

Online-Anmeldung

09.15 – 09.30 Uhr
Prof. Dr. Bernd Klaiber, Würzburg
„Ästhetik – der Charme des  Einfachen“
Ästhetische Korrekturen im Frontzahnbereich werden vornehmlich mit laborgefertigten Restaurationen oder kieferorthopädischen Maßnahmen durchgeführt. Anstelle aufwändiger Behandlungen lassen sich in vielen Situationen aber auch mit einem minimalinvasiven bzw. noninvasiven Vorgehen ansprechende Ergebnisse erzielen. Die Patienten sind darüber meist angenehm überrascht und sehr glücklich, die Behandler haben ein Erfolgserlebnis und darüber hinaus auch noch ein gutes Gewissen.

09.30 – 09.45 Uhr
PD Dr. Anne Wolowski, Münster
„Psychosomatik - vom Stiefkind zum etablierten Fach, eine Aschen-puttel – Geschichte“
Mitte der 90iger Jahre hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass es körperliche Beschwerden gibt, die wie körperlich verursacht aussehen, aber durch somatische Ursachen nicht bzw. nicht hinreichend erklärt werden können.  2020 ist diese umfassende Betrachtungsweise bezogen auf jeden Patienten in der Zahnmedizin angekommen und essentieller Bestandteil von Fort- und Weiterbildungen, zahnmedizinischen Leitlinien und auch des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs. Sie ist ebenso eine wichtige Schnittmenge zur Allgemeinmedizin.

09.45 –10.00 Uhr
Prof. Dr. Stefan Rupf, Homburg/Saar
„ZahnMEDIZINische Ausbildung – Wege in die Zukunft“
Mit der Einführung der neuen Approbationsordnung für Zahnmediziner verändert sich die Lehre in unserem Fachgebiet auf vielfältige Weise. Medizinische Inhalte werden in Zukunft das Bild bestimmen. Der Sorge, dass die praktischen Ausbildungsinhalte nicht ausreichend dargestellt sind, wird durch die Intensivierung der propädeutischen Ausbildung begegnet. Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen durch die Corona-Krise ist für die zahnmedizinische Lehre in Deutschland in dieser Zeit ein deutlicher Modernisierungsschub eingeleitet worden.

10.00 – 10.15 Uhr
Prof. Dr. Eleni Roussa, Freiburg
„Grundlagenforschung in der Anatomie: Elfenbeinturm oder Praxisnähe?“
Die Vermittlung anatomischen Wissens ist seit Jahrhunderten unbestritten die(!) Grundlage der medizinischen Ausbildung. Neben der Vermittlung dieser wichtigen Kenntnisse beschäftigt sich das Fach aber auch in besonderem Maße mit Fragen der Grundlagenforschung. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, inwieweit die anatomische Grundlagenforschung außerhalb eines wissenschaftlichen Elfenbeinturmes, in dem sie zumeist verortet wird, auch Erkenntnisse zu generieren vermag, die für die tägliche Praxis relevant sind und Anwendung finden.

 

10.15 – 10.30 Uhr
Dr. Bernd Reiss, Malsch
„Das dynamische digitale Modell DDM - Die Zukunft im Jetzt“
Stellen Sie sich vor, Ihr Patient kommt zur 01 und Sie sehen unkompliziert, was in seinem Mund im Verlauf der letzten Jahre geschehen ist: morphologische Veränderungen, pathologische Prozesse, restaurative Maßnahmen. Ein solches Instrument - das dynamische digitale Modell - bietet eine Grundlage für die Prognose der Zahngesundheit unserer Patienten und für die Nachhaltigkeit unserer therapeutischen Maßnahmen. Nicht der technologische Fortschritt, sondern der gekonnte und kompetente Einsatz digitaler Technologien wird in Zukunft den Erfolg von ZahnÄRZTIN/ZahnARZT  ausmachen.

 

11.15 – 11.35 Uhr
Prof. Dr. Christof Dörfer, Kiel
„Parodontologie - Wie zukunftssicher ist unser Wissen?“
Der rasante Fortschritt in der biologischen Forschung und die statistische Analyse riesiger Datenmengen haben unseren Blick auf das orale Ökosystem radikal verändert. Dies hat Konsequenzen auch für das Verständnis von Erkrankungen. Die Parodontologie unterliegt deswegen einem äußerst dynamischen Wandel. Dies äußert sich u.a. in einer neuen Klassifikation und neuen Behandlungsleitlinien. Allerdings bleibt die Handlungsebene im Kern davon unberührt. Präventionsorientiertheit, Substanzschonung, Personalisierung und Nachhaltigkeit gewinnen weiter an Bedeutung in dem Bemühen um lebenslangen Zahnerhalt.

11.35 – 11.55 Uhr
Prof. Dr. Bettina Dannewitz, Weilburg
„Parodontale Entzündung besiegen – gibt es einen Königsweg?“
Parodontitis ist eine multifaktorielle, chronisch entzündliche Erkrankung im Zusammenhang mit einem dysbiotischen Biofilm. Deswegen sind antibakterielle und/oder antiinflammatorische Therapieansätze gefordert. Diese umfassen ein großes Spektrum an Maßnahmen, deren Nutzen zum Teil auch kontrovers diskutiert und bewertet wird. Es gibt allerdings einen breiten Konsens über den „schnellsten und sichersten“ Weg, um Parodontitis langfristig erfolgreich behandeln zu können. Aber lässt sich dieser Königsweg auch in die tägliche Praxis bringen?

11.55 – 12.15 Uhr
Prof. Dr. Bernadette Pretzl, Heidelberg
„Parodontitis – wen trifft es morgen?“
Der rasante Fortschritt in der biologischen Forschung und die statistische Analyse riesiger Datenmengen haben unseren Blick auf das orale Ökosystem radikal verändert. Dies hat Konsequenzen auch für das Verständnis von Erkrankungen. Die Parodontologie unterliegt deswegen einem äußerst dynamischen Wandel. Dies äußert sich u.a. in einer neuen Klassifikation und neuen Behandlungsleitlinien. Allerdings bleibt die Handlungsebene im Kern davon unberührt. Präventionsorientiertheit, Substanzschonung, Personalisierung und Nachhaltigkeit gewinnen weiter an Bedeutung in dem Bemühen um lebenslangen Zahnerhalt.

14.00 – 14.20 Uhr
Prof. Dr. Marc Schmitter, Würzburg
„Funktion: von Analog bis Digital“
Die Digitalisierung in der Zahnmedizin macht auch vor der Funktion nicht halt. Doch obwohl computergestützte Verfahren die Funktionslehre bereichern, darf der Patient und dessen Individualität, die sich noch immer mit klassischen Hilfsmitteln am besten erfassen lässt, nicht in den Hintergrund treten. Insbesondere, wenn Schmerzen eine zentrale Rolle spielen, geht die Diagnostik weit über biomechanische Aspekte hinaus.
Daher sollten digitale und klassische Untersuchungsverfahren Hand in Hand die funktionsdiagnostische Analyse optimieren.

14.20 – 14.40 Uhr
Prof. Dr. Sven Reich, Aachen
„Der Intraoralscanner – wohin geht die Reise?“
Das Postulat „auf Dauer werden alle analogen Techniken durch digitale ersetzt“ trifft sicher auch für die Zahnmedizin zu. Bezüglich der Intraoralscanner befinden wir uns in einer spannenden Übergangszeit. Daher werden im Vortrag folgende Fragen beantwortet: Wo liegen aktuell die Stärken und die Schwächen der Intraoralscanner – in welchen Bereichen können sie mehr oder weniger als die konventionelle Abformung? Welche Entwicklungen sind zu erwarten und ab wann wird es für mich in der Praxis ein „Muss“, einen Intraoralscanner zu integrieren?

14.40 – 15.00 Uhr
Prof. Dr. Dipl.-Ing. Martin Rosentritt, Regensburg
„Moderne zahnärztliche Werkstoffe – aktuelle Trends und Visionen“
Dentalmaterialien werden durch kontinuierliche Weiterentwicklung fortwährend optimiert. Durch die Kombination von Keramik und Kunststoff entstehen beispielsweise innovative Hybridmaterialien. Die Fortschritte in den Bereichen des CAD/CAM – und virtuelles Design und Fräsen haben zudem entscheidend zur Attraktivitätt fortschrittlicher dentaler Materialien beigetragen. Klinische Studien und wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass ein umfassendes Materialverständnis zum langfristigen Erfolg der zahnmedizinischen Versorgung beiträgt. .

16.00 – 16.15 Uhr
PD Dr.  Katharina Bücher, München
„Kinder mit Behinderungen – gemeinsam zum Ziel“
Eine gute Mundgesundheit von Kindern mit Grunderkrankungen und Behinderungen spielt eine bedeutende Rolle für die Lebensqualität dieser besonders vulnerablen Gruppe. Die zahnärztliche Betreuung dieser Kinder muss geprägt sein durch Individualität und Interdisziplinarität von Eltern, Zahnärzten, Pädiatern und Therapeuten. Dabei steht ein nachhaltiges Sanierungskonzept im Vordergrund. Nur gemeinsam, im Einklang von häuslichen, klinischem und dem Praxisumfeld kann eine wirkliche Teilhabe für diese Kinder gelingen.

16.15 – 16.30 Uhr
Dr. Marc Auerbacher, München
„Erwachsene mit Behinderung - ganzheitlich ansetzen“
In keinem anderen Fachgebiet der Zahnmedizin ist der Erfolg einer zahnärztlichen Behandlung derart stark an die Bereitschaft zu Engagement und der Fähigkeit zur Empathie geknüpft ist, wie in der Behandlung von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Die Kenntnis und Anwendung von Kommunikationsstrategien und verhaltensführenden Techniken ermöglicht in vielen Fällen eine Behandlung dieser Patienten im Wachzustand. Nicht nur wenige Spezialisten sollten darüber verfügen. Es handelt sich um eine gesellschaftspolitische und berufsethische Verpflichtung.

16.30 – 16.45 Uhr
Dr. Elmar Ludwig, Ulm
„Alte Menschen mit Pflegebedarf – weniger ist mehr“
Demenz, Schluckstörungen, rechtliche Aspekte… – die zahnärztliche Betreuung pflegebedürftiger alter Menschen erfordert vielseitige Kompetenzen. Geht es um die Therapie, sind aufwändige und invasive Behandlungen aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit häufig nicht sinnvoll – mit Kreativität und Augenmaß finden sich aber in der Regel einfachere mitunter unkonventionelle Lösungen. Weniger ist mehr!

16.45 – 17.00 Uhr
Dr. Guido Elsäßer, Kernen
„Die Versorgung von Patienten mit besonderem Betreuungsbedarf - heute und 2030“
Der Vortrag analysiert die aktuelle Versorgungssituation von Patienten mit besonderem Betreuungsbedarf. Wie ist es um die Mundgesundheit dieser vulnerablen Patientengruppen in Deutschland bestellt? Wie viele Menschen mit Pflegegrad und wie viele Menschen mit Behinderungen leben in Deutschland und wie und wo werden diese Menschen versorgt? Ausgehend von diesen Betrachtungen werden verschiedene Versorgungsszenarien für das Jahr 2030 aufgezeigt und schließlich Versorgungsziele formuliert.

Programm 
 

Walther-Engel-Forum
Visionen und Wege

9.00 – 9.15 UhrProf. Dr. Winfried Walther, Dr. Dr. Hans Ulrich Brauer, M.A. Karlsruhe
"Was uns die Geschichte lehrt"
  
9.15 – 9.30 UhrProf. Dr. Bernd Klaiber, Würzburg
„Ästhetik – der Charme des Einfachen“  
  
9.30 – 09.45 UhrPD Dr. Anne Wolowski, Münster
„Psychosomatik – vom Stiefkind zum etablierten Fach, eine Aschenputtel-Geschichte“
  
09.45 – 10.00 UhrProf. Dr. Stefan Rupf, Homburg/Saar
„ZahnMEDIZINische Ausbildung – Wege in die Zukunft“
  
10.00 – 10.15 UhrProf. Dr. Eleni Roussa, Freiburg
„Grundlagenforschung in der Anatomie: Elfenbeiturm oder Praxisnähe“
  
10.15 – 10.30 UhrDr. Bernd Reiss, Malsch
„Das dynamische digitale Modell DDM –  die Zukunft im Jetzt“
  
10.30 – 10.45 Uhr„Worauf es jetzt ankommt“ – Das Podium diskutiert
  
10.45 – 11.15 UhrGemeinsame Kaffeepause
  
 

Expertenpanel
Parodontologie

  
11.15 – 11.35 UhrProf. Dr. Christof Dörfer, Kiel
„Parodontologie – Wie zukunftsicher ist unser Wissen?“
  
11.35 –11.55 UhrPD Dr. Bettina Dannewitz
„Parodontale Entzündung besiegen – Gibt es einen Königsweg?“
  
11.55 – 12.15 UhrProf. Dr. Bernadette Pretzl, Heidelberg
„Parodontitis – Wen trifft es morgen?“
  
12.15 – 12.45 Uhr„Worauf es jetzt ankommt“ – Das Podium diskutiert
  
12.45 – 14.00 UhrGemeinsames Mittagessen
  
 

Expertenpanel
Prothetik und Dentale Technologie

  
14.00 – 14.20 Uhr  Prof. Dr. Marc Schmitter, Würzburg
„Funktion: von analog bis digital“
  
14.20 – 14.40 UhrProf. Dr. Sven Reich, Aachen
„Der Intraoralscanner – wohin geht die Reise?“
  
14.40 – 15.00 UhrProf. Dr. Dipl.-Ing. Martin Rosentritt, Regensburg
„Modernen zahnärztliche Werkstoffe – aktuelle Trends und Visionen“
  
15.00 – 15.30 Uhr„Worauf es jetzt ankommt“ – Das Podium diskutiert
  
15.30 – 16.00 UhrGemeinsame Kaffeepause
  
 

Expertenpanel
Zahnmedizin für Patienten mit besonderem Betreuungsbedarf

  
16.00 – 16.15 UhrPD Dr. Katharina Bücher, München
„Kinder mit Behinderung – gemeinsam zum Ziel“
  
16.15 – 16.30 UhrDr. Marc Auerbacher, München
„Erwachsene mit Behinderung – ganzheitlich ansetzen“
  
16.30 – 16.45 UhrDr. Elmar Ludwig, Ulm
„Alte Menschen mit Pflegebedarf – weniger ist mehr“
  
16.45 – 17.00 UhrDr. Guido Elsäßer, Kernen
„Die Versorgung von Patienten mit besonderem Betreuungsbedarf – heute und 2030“
  
17.00 – 17.30 Uhr„Worauf es jetzt ankommt“ – Das Podium diskutiert
  
17.30 Uhr„100 Jahre – Ausklang mit Musik und Wein“
 im Foyer der Schwarzwaldhalle

Online-Anmeldung

 

Sicherheit

Die Konferenz wurde mit Sorgfalt geplant, um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten. Die Karlsruher Messe- und Kongress GmbH hat ein Sicherheitskonzept erarbeitet, das alle Teile der Veranstaltung umfasst. Diese „Schutz- und Hygienemaßnahmen gegen SARS-CoV-2“ sind die Richtlinie für die Sicherheit der Konferenz. Die Aufplanung in der Kongresshalle sieht Einzeltische für jeden Teilnehmer/innen vor. Besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für Einlass, Auslass und die Einnahme der Getränke und Speisen. Es gelten im Rahmen der Veranstaltung die allgemein bekannten Maßnahmen zum Schutz gegen Infektion: das Abstandsgebot, allgemeine  Hygieneregeln (kein Händeschütteln, Händedesinfektion, Niesetikette, Mund-Nasenschutz in Abhängigkeit von den geltenden Verordnungen). Die Teilnahme ist nicht möglich bei Vorliegen von Krankheitssymptomen bzw. bei Kontakt mit Infizierten im Vorfeld der Veranstaltung. Bei einer kurzfristigen Stornierung entstehen den Teilnehmenden keine Kosten. Alle angemeldeten Teilnehmer/innen erhalten spezielle Informationen zum Sicherheitskonzept im Vorfeld der Tagung. Bei Fragen zu diesem Thema stehen wir gern zur Verfügung.