Rückblick der Herbstkonferenz 2019

Am 27.09.2019 fand im Kongresshaus Baden-Baden die 10. Herbstkonferenz statt. Diese Jubiläumskonferenz stand unter dem Thema „Arzt und Zahnarzt – zwei Welten, ein Körper?“. Ziel des Tages war ein Zusammenführen, die Verbreitung und Beachtung.

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Dr. Norbert Engel, Vorsitzender der BZK Karlsruhe, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Prof. Dr. Winfried Walther, Direktor der Akademie und der Kreisvorsitzende Dr. Volker Bracher führten durch das Programm.


Zuerst zeigte Prof. Dr. Dr. (H) Anton Dunsche vom Städtischen Klinikum Karlsruhe den „Gefahrenort Mundhöhle“ aus der Perspektive des kompetenten Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Anhand vieler klinischer Bilder konnte er allgemeinverständlich aus seiner Sicht das „Ärztliche“ im Zahnarztberuf herausarbeiten. Schleimhautauffälligkeiten und Veränderungen in der Mundhöhle sind von den Zahnärztinnen und Zahnärzten besondere Beachtung zu schenken. Hier gibt es eine Reihe von Hinweisen auf Allgemeinerkrankungen. Bereits in der Anamnese können sich hier erste Indizien ergeben. So appellierte er: „Halten Sie die Augen offen, hören Sie dem Patienten zu, was der Patient sagt und hören Sie auch, was er nicht sagt“.

PD Dr. Karim M. Fawzy El-Sayed, Kiel/Kairo, referierte zu „PA-Behandlung – für den ganzen Menschen?“. Die Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Allgemeinerkrankungen sind doch weniger klar, als viele Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer vielleicht bisher annahmen. Dies liegt daran, dass Assoziationsstudien allein keinen Beweis für eine kausale Ursache liefern. Vielmehr müssten ein Pathomechanismus, ein Tierversuch als lebendes Modell und Interventionsstudien mit harten Endpunkten oder mit Surrogatparametern vorliegen, um einen vermuteten Zusammenhang schlüssig als kausal zu begründen. Anhand dieses Anforderungskataloges erörterte er die fraglichen Zusammenhänge von Parodontitis mit Diabetes mellitus, Schwangerschaftskomplikationen, kardiovaskuläre Erkrankungen, Pneumonie und COPD. Die zentrale Frage, ob uns nun eine Parodontitistherapie gesünder macht, konnte bejaht werden, denn sie reduziert die Entzündungslast des Körpers. Allerdings konnte die Frage auch mit vielleicht beantwortet werden, da sie derzeit nicht vorhersehbare, in der Regel positive Effekte auf andere Organsysteme haben kann. Und schließlich kann diese Frage aber auch mit Nein beantwortet werden, kann die Parodontitistherapie doch (meist) andere Krankheiten nicht zuverlässig verhindern oder heilen.

PD Dr. Stefan Listl, Nijmegen, stellte als zahnärztlicher Versorgungsforscher mit seinem Thema „Getrennt marschieren – vereint behandeln“ ein äußerst innovatives, laufendes Forschungsprojekt vor: Dent@Prevent. Ziel dieses Projektes ist eine digitale Unterstützung im Praxisalltag für Zahnärzte und Ärzte anderer Fachrichtungen zum Austausch klinisch relevanter Patientendaten.

Nach der Mittagspause wurde in
„Akademie Aktuell“ das neue Kursprogramm und hieraus einige innovative Kurse vorgestellt.

Aus der Reihe der Absolventen des aktuellen Masterstudienganges 2017 – 2019 stellte
Dr. Marco Herz, MME, M.A. aus Tübingen seine Masterarbeit zur Motivation der Aufnahme des Zahnmedizinstudiums vor.

Mitglieder des Master-Netzwerkes Integrated Dentistry stellten unter der Moderation von
Dr. Thomas Schilling, M.A.
aus Tuttlingen ihr gemeinsames Projekt „Das Kind im Focus - ein gemeinsames Prophylaxekonzept von Zahnarzt und Kinderarzt“ vor. Dieser arbeitsteilig vorgetragene Beitrag sorgte für viel Unterhaltung und konnte zugleich mit einem konkreten Arbeitsergebnis aufwarten.

Download "Das Kind im Focus" / Fluoridanamnesebogen

Einen begeisternden Vortrag konnte zum Abschluss Prof. Dr. Curt Diehm, Bühlerhöhe, zum Thema „Arzt und Zahnarzt – Kollegialität und Unvertrautheit“ beisteuern. Er stellte die Sicht des Arztes dar und er nahm Bezug zu den vorangegangenen Vorträgen.

 

 

 

 

Zusammenfassend wurde in fünf spannenden Hauptvorträgen das herausfordernde Thema von den Referenten angenommen. Es wurde aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die Referenten konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer für den Umgang mit ihren Patienten sensibilisieren. Es war ein gelungener Tag voller Höhepunkte unterschiedlichster Ausprägung.

 

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