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Prof. Dr. Helmut Stark    

"Noch lange nicht am Ende - die hohe Schule des konventionellen Abdrucks"

Prof. Dr. Helmut Stark, Bonn

Im dritten Vortrag der Karlsruher Konferenz wurde die Frage gestellt, was die konventionelle Abformtechnik leisten kann. Prof. Stark aus Bonn  beschreibt die verfügbaren Verfahren und ihre Stärken und Schwächen.

Was ist das Ziel einer optimalen Abformung? Der Referent zitierte Viohl (1988): „Mit einer Abformung soll die Mundsituation des Patienten dimensionsgetreu wiedergegeben werden, um daraus ein unverfälschtes Modell fertigen zu können.“
Dies stelle allerdings nur ein Etappenziel dar. Für den Patienten ist die aus Präparation, Abformung und der labortechnischen Arbeit entstehende hochwertige Restauration das sichtbare Ergebnis vom Zusammenspiel des Teams. Alle sind beteiligt. Es muss also ein Verfahren entwickelt werden, was Patienten, Zahnarzt, Zahnmedizinische Fachangestellte, und Techniker zusammen bewerkstelligen, um einen prothetischen Langzeiterfolg zu erreichen. Die Herausforderung liege im Handling der beteiligten Strukturen: Zahn, Gingiva, Sulcus und Präparationsgrenze. Hierfür stellt Prof. Stark verschiedene Techniken und Materialien für die verschiedensten Indikationen und Situationen vor.

Mit seinen Anwendungstipps gab der erfahrene Praktiker Hilfestellungen für die Abformtechnik in der täglichen Praxis. Wichtig sei es, den Abformlöffel aus Metall mit Silikon oder Kerr-Masse so zu individualisieren, dass beste Ergebnisse resultieren. Er verwende bevorzugt die Technik der Korrekturabformung, führte der Referent aus. Detailliert ging er auf die Darstellung der Präparationsgrenze ein. Hier seien parodontal gesunde Verhältnisse die Voraussetzung für die perfekte Abformung. Ziel sei es, das Weichgewebe zu erhalten und auf keinen Fall zu schädigen. Dies habe eine besondere Bedeutung im ästhetischen Frontzahnbereich. Die Methoden (Retraktionsfäden, Elektrochirurgie, Gingivage oder Retraktionspasten) seien abhängig von der Morphologie der marginalen Gingiva.
Prof. Stark gab einen weiteren Tipp: die verwendeten Adstringentien, die bei der Fadentechnik verwendet werden, sollen vor dem Einbringen des Abformlöffels und der Abformmasse gut abgespült werden, damit die Genauigkeit der Abformung nicht durch chemische Reaktionen beeinflusst wird.
Bei der klinisch erzielbaren Abformgenauigkeit spielen zusätzlich auch die Lage der Präparationsgrenze, der zeitliche Abstand zwischen Präparation und Abformung, die erzielbare Trockenlegung, die Abformtechnik, die Erfahrung des Behandlers und die Eigenschaften beim klinischen Handling der Materialien eine Rolle.

Prof. Stark beendete seinen Vortrag mit den "Wöstmann-Tipps". Unter anderem sollen Abformmaterialien aus Gründen der Standardisierung nicht unnötig oft gewechselt werden. Die persönliche Präferenz des Anwenders in Verbindung mit der klinischen Situation beeinflusst außerdem maßgeblich die Qualität der Abformung.
Abformung ist Teamsache - dies machte Prof. Stark in seinem Vortrag immer wieder deutlich.

Autorin: Dr. Anke Bräuning, M. A.