Dr. Mohamed ElBaradei, M.A.
Director General International Atomic Energy Agency (IAEA), Vienna
"Atomarer Abrüstung und der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen Biss geben"
"Je länger wir hinterherhinken, sensitive nukleare Betriebe unter multinationale Kontrolle zu stellen, desto mehr Länder werden bestrebt sein, solche Einrichtungen zu bauen. Je länger wir globales Lagen von nuklearem und radioaktivem Material hinnehmen, desto höher wird das Risiko, dass diese in die Hände von Terroristen fallen. Je länger eine effektive, mit amtlicher Befugnis ausgestattete Nachprüfung nicht generell stattfindet, desto höher wird das Potential an heimlicher Aktivität. So lange Abrüstungsmaßnahmen nicht bedeutsam weiterentwickelt werden, werden Anstrengungen zur nuklearen Nichtweiterverbreitung mit Zynismus bestraft und noch mehr Länder werden versuchen, 'in die Meisterklasse zu kommen'. Und je länger der Weltsicherheitsrat nicht systematisch, unparteiisch und effektiv als Wächter von internationalem Frieden und Sicherheit handelt, um so mehr wird seine Legitimität unterwandert werden. Ein Gefühl von Unsicherheit wird fortschreitend die Oberhand gewinnen. Die Ironie ist, dass wir die Probleme und ihre Lösungen kennen. Was jetzt unbedingt notwendig ist, ist die Einsicht und die Bereitschaft, die Hybris zu überwinden, die bedrohlich unsere gegenseitige Zerstörung ankündigt. Statt dessen sollten wir an einer Kulturgemeinschaft bauen, die ihre Wurzeln hat in der Eintracht der menschlichen Familie, in der Unverletzlichkeit allen menschlichen Lebens sowie in den Kernwerten, die uns alle verbinden – eine Zivilisation, menschenfreundlich und gerecht."
Schlusswort: Prof. Dr. Günther Hirsch, Präsident des Bundesgerichtshofes