Die Verbesserung der endodontischen Versorgung durch Einführung des Reciproc-Systems in der Zahnarztpraxis

Dr. Claudius Reutter, M. A.

Einleitung: 
Die Wurzelkanalbehandlung ist eine komplizierte Behandlungsmethode zur Zahnerhaltung. Für die Durchführung in klassischer Aufbereitungsmethode sind in der Regel 6-15 oder mehr Instrumente nötig. Um die Behandlung zu vereinfachen, wurden in letzter Zeit Systeme zur Aufbereitung von Wurzelkanälen mit nur einem Instrument entwickelt. Im Rahmen dieser Pilotstudie sollte die Einführung des Reciproc®-Systems in Praxen, die noch nach klassischer manueller Methode behandeln, beobachtet werden. 

Methode: 
Sechs Zahnärztinnen und Zahnärzte ohne Erfahrung in maschineller Aufbereitungsmethode behandelten 137 Patienten im ersten Halbjahr 2012. Zunächst wurde über einen Zeitraum von drei Monaten die in der jeweiligen Praxis etablierte Aufbereitungsmethode beobachtet, dann in der zweiten Phase das Reciproc®-System. Die Patienten wurden mittels VAS- und OHIP-Fragebogen zu ihren Schmerzen und weitere Merkmalen vor und nach Aufbereitung befragt. Es wurde untersucht, ob die Patienten mit Reciproc® die gleiche klinische Beschwerdefreiheit erreichten, ob Reciproc® einen Zeitgewinn für den Behandler brachte und ob auf einen Gleitpfad verzichtet werden konnte. Weiter wurde eruiert, ob dieses System den Einstieg in die maschinelle Endodontie erleichtert. 

Ergebnisse: 
Die Aufbereitung mit Reciproc® war durchschnittlich 2min schneller und es konnte auf einen Gleitpfad verzichtet werden. Die teilnehmenden Zahnärzte fühlten sich bereits nach zwei Sitzungen mit dem neuen System sicher und werden dieses System nach Studienende weiterverwenden. Nach Aufbereitung mit Reciproc® wurde die gleiche klinische Beschwerdefreiheit erzielt wie nach manueller Aufbereitung. 

Diskussion: 
Die Einführung von Reciproc® hat die Endodontie in den jeweiligen Praxen erleichtert und die Behandlungsdauer verkürzt. Mit maschineller Technik in reziproker Bewegung wurde das Ergebnis der Aufbereitung reproduzierbarer und zuverlässiger. Zudem hat diese Studie gezeigt, dass das OHIP auch in der Endodontie ein geeignetes Mittel ist.