Die Akzeptanz privater Zuzahlung bei Wahlleistungen. Eine Befragung der Patienten in verschiedenen Zahnarztpraxen

Dr. Armin Weigand, M. A.

Wahlleistungen werden beim Zahnarzt angeboten. Ziel dieser Masterarbeit war, die
Sichtweise der Patienten zu untersuchen.

In einer Prästudie wurden mit Hilfe von 27 Zahnarztpraxen 10 häufige Wahlleistungen identifiziert (Tabelle 5). Der auf der Prästudie aufbauende Fragebogen (Tabelle 2) untersucht die Patientenakzeptanz der identifizierten Wahlleistungen, fragt, ob die entsprechenden Wahlleistungen bereits in Anspruch genommen wurden und gibt die Möglichkeit, die Verständlichkeit der Erklärungen zu benoten. Der Inhalt des erklärenden Abschnitts (Anhang 8.2) basiert auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit Verbraucher und Patientenberatung für die Stadt Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis (AGZ-RNK). Ein zweiter Fragebogen (Tabelle 3) ermöglicht dem Behandler eine Einschätzung der Patientenakzeptanz der einzelnen Wahlleistungen. Der letzte Bogen (Tabelle 4) erfasst die soziodemographischen Praxisangaben für einen Praxisvergleich.

Die Studie basiert auf der Mitarbeit von 218 Patienten und 10 Zahnärzten/ Zahnärztinnen.

Die Ergebnisse belegen eine hohe Akzeptanz der angebotenen Leistungen. Besonders die präventiven Leistungen Professionelle Zahnreinigung und Fissurenversiegelungen wurden sehr gut bewertet. Bei Bedarf werden zahnerhaltende Maßnahmen (Komposite, Inlays, Endometrische Längenmessung, Elektro-physikalische Wurzelspülung), Implantate und die Funktionsdiagnostik gut akzeptiert. Lediglich kosmetische Leistungen, wie Bleaching und Veneers, wurden im Schnitt schlechter bewertet. Neben den Kosten ist die meist genannte Begründung, die zum Ablehnen von Walleistungen führt, die fehlende medizinische Notwendigkeit bzw. die reine Kosmetik (Tabelle15). Die Patienten gaben in ihren Bemerkungen an, gerne in ihre Gesundheit zu investieren. Kosmetische Beweggründe, eine Behandlung privat zu bezahlen, rücken im Vergleich in den Hintergrund. Tendenziell bewerten die Patienten die eigene Bereitschaft etwas besser, als vom Arzt vermutet (Diagramm 3). Lediglich die Komposite schneiden bei der Patientenbewertung auffallend schlechter ab, als vom Arzt vermutet.

Patienten, die die entsprechende Leistung in der Vergangenheit wahrgenommen haben, bewerteten diese deutlich besser, als Patienten ohne Erfahrung (Diagramm 4). Besonders deutlich werden diese Unterschiede anhand kosmetischer Behandlungen.

Die Verteilung der Mittelwerte der Bewertungen über die Praxen zeigen, dass soziodemographischen Standortfaktoren der Praxis eine untergeordnete Rolle bei der Akzeptanz von Wahlleistungen zukommt (Diagramm 2). Die Verständlichkeit des Fragebogens wurde mit gut bewertet (Tabelle 14).

Fragebögen mit erklärendem Anhang können in Zukunft eine ergänzende Rolle bei
der Entwicklung von Praxiskonzepten und geplanten Investitionen einnehmen.