Didaktische Strukturen des zahnmedizinischen Lehrfilms

Dr. Anna-Maria Smaczny, M. A.

Ziel war es, in der vorliegenden Arbeit, Antworten auf die folgenden Fragen zu finden:

  1. Wie ist die Struktur der bestehenden Lehrfilme?
  2. Welche didaktischen Modelle verbergen sich dahinter?
  3. Wie muss ein guter Lehrfilm aussehen?
  4. lst ein guter Lehrfilm in Szenarien aufteilbar?
  5. Besteht die Möglichkeit, einen Prototyp des guten
    Lehrfilms zu entwickeln?


Die vorliegende Studie zeigte, dass die auf dem Markt erhältlichen zahnmedizinischen Lehrfilme keine einheitliche Struktur aufweisen. Die oben durchgeführten Analysen zeigen, dass in keinem der Filme eine systematische Diagnostik, wie es in der zahnärztlichen Praxis die Regel ist, (Anamnese, Befund, Diagnose) festgestellt werden konnte. Anknüpfungsmöglichkeiten an didaktische Modelle aus der Pädagogik sind nur bedingt vorhanden. Ein Bezug lässt sich zur ,,Lehr- und Lerntheoretischen Didaktik" sowie zu moderneren didaktischen Modellen, wie beispielsweise dem problemorientierten Lernen, herstellen.

Das Ergebnis der Struktur eines guten Lehrfilms ist in der Abbildung 27: Zeitstrahl ,,Leitfaden für einen guten Lehrfilm" zu sehen. Die Anordnung der Elemente Anamnese, Befund, Diagnose, Klinischer Befund, Handlungsankündigung, Handlung+Kommentar sowie Zusammenfassender Kommentar stellt eine Art szenisch gegliederten Entwurf dar. Das Element Handlung+Kommentar sowie das Element Therapiealternative kann unterschiedlich oft auftreten.

Der Zeitstrahl ,,Leitfaden für einen guten Lehrfilm" bildet ein Modell, anhand dessen ein guter Lehrfilm entwickelt werden kann. Ein Prototyp eines guten Lehrfilmes ist der Arbeit beigefügt. Eine gedachte zusätzliche Funktion wäre die sogenannte ,,Annotationtaste" (Hyperlink). Das Videomaterial wird durch Anfügen von lnformationen interaktiv gestaltet und strukturiert. Bedient der Betrachter die ,,Annotationtaste" (soll als roter Button im Video erscheinen), so bekommt er Zusatzinformationen zum lnstrumentarium oder etwa zu alternativen Behandlungsmethoden (Element Therapiealternative). Da die Umsetzung dieser Funktion eine komplexe Bearbeitung des vorliegenden Videomaterials beinhaltet, konnte dies im Prototyp des guten Lehrfilms noch nicht verwirklicht werden. Therapiealternativen wurden als Schaubilder in den Film eingefügt.