Einfluss des parodontalen Initialbefundes auf den Verlauf von perioprothetischen Behandlungsfällen

Dr. Maria Hörner, M.A.

In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob die initialen parodontalen Befunde einen Einfluss auf den Verlauf von perioprothetischen Behandlungsfällen hatten. Zu den initialen Befunden gehörten Sondierungstiefen und Lockerungsgrade der vorhandenen Zähne. Der Beobachtungszeitraum betrug sechs Jahre und wurde in zwei Abschnitte unterteilt. Die Untersuchungspopulation bestand aus 23 Patienten, wobei alle diese Patienten die vorgegebenen Indikationen und Kontraindikationen erfüllen mussten.

Der erste Beobachtungszeitraum erstreckte sich vom Anfangsbefund über PABehandlung und Reevaluation bis zu Eingliederung der definitiven prothetischen Arbeit. Der zweite Beobachtungszeitraum schloss die Zeit von Zahnersatzeingliederung bis zu Abschlussuntersuchung ein. In diesen beiden Beobachtungszeiträumen wurden alle technischen und biologischen Komplikationen dokumentiert und deren Kosten festgehalten. Zu den technischen Komplikationen gehörten Störungen am festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz. Die biologischen Komplikationen erfassten Extraktionen, endodontische Eingriffe, Füllungstherapie und chirurgische Eingriffe. Auch die Intensität und Kosten der in Anspruch genommenen professionellen Zahnreinigung nach beendeter PABehandlung wurden dokumentiert.

Bei allen Patienten aus der Untersuchungspopulation erfolgte nach der sechsjährigen Beobachtungszeit eine Besserung des initialen Befundes. Die Anzahl der Parodontaltaschen größer als 5 mm ist bei allen Patienten gesunken. An den eingegliederten prothetischen Arbeiten sind, bis auf kleine Reparaturen am herausnehmbaren Zahnersatz, keine zusätzlichen Kosten entstanden.

Kosten, die aufgrund von Extraktionen und endodontischen Eingriffen zustande kamen, wurden gesondert beschrieben und diskutiert. Ebenso geschah es bei den Kosten der Füllungs- und chirurgischen Therapie. Zum Abschluss dieser Untersuchung haben alle Patienten einen Fragebogen zur mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität ausgefüllt. Dieser Fragebogen sollte einen Einblick in das Wohlbefinden dieser Patienten ermöglichen.

Durch ein strukturiertes Vorgehen während einer Parodontitis-Behandlung ist es möglich, den Verlauf dieser Erkrankung einzuschätzen und bei eventuellen Komplikationen mit notwendigen Maßnahmen, wie z.B. Extraktionen, zu reagieren. So ein vorgegebener Behandlungspfad bringt Sicherheit in der Therapieplanung und Behandlung und somit wird das Risiko des initialen Befundes minimiert.