Der Einsatz eines Aqualizers im Zuge der Kieferrelationsbestimmung bei Patienten mit einer craniomandibulären Dysfunktion – Eine elektromyographische Kontrolle

Dr. Christian Merk, M.A.

Das Ziel dieser Studie war es eine Vorgehensweise beim Mess- und Auswer-tungsprogramm zu finden, welches die Beantwortung der Frage erlaubt, inwieweit ein zusätzlicher Einsatz eines Aqualizers als Hilfsmittel bei der Kieferrelationsbestimmung im Rahmen einer Schienentherapie bei Patienten, die an einer myogenen und/oder dentogenen CMD leiden, zu einem vorteilhafteren muskulären Response führt.

Bei fünf mit und bei fünf ohne die Zuhilfenahme eines Aqualizers behandelten Patienten wurden jeweils klinische und elektromyographische Befunde vor und nach einer Woche Schienentherapie erhoben und daraus Ab- und Zunahmen der Muskelaktivitäten, Asymmetrie-Indices und der Klinische Dysfunktionsindex nach Helkimo abgeleitet. Verglichen wurden in beiden Gruppen die Messwert-Differenzen vor und nach Therapie und die Gruppendifferenzen nach Therapie.

Das vorgesehene Messprogramm erwies sich als vollständig umsetzbar. Bereits nach einer Woche Schienentherapie wurde im EMG ein messbarer muskulärer Response neben einem klinischen symptombezogenen Response festgestellt. Wegen der fehlenden Signifikanz der Unterschiede zwischen den Patientengruppen können die Ergebnisse nur als Tendenz gewertet werden, die durch höhere Fallzahlen bestätigt oder entkräftet werden.

Gemessen an der zu erwartenden Trennschärfe scheinen die Untersuchung der Veränderungen der Absolutwerte der Ruheaktivität nach der Therapie, die Betrachtung der Veränderung des modifizierten Asymmetrie-Index der Muskelaktivität beim maximalen willentlichen Aufbiss nach der Therapie und die Messungen zur Veränderung der Muskelermüdung infolge der Therapie anderen Variablen überlegen, nämlich der Veränderung des klinischen Dysfunktions-Index nach Helkimo nach Therapie und der Veränderung des modifizierten Asymmetrie-Index der Ruheaktivität nach der Therapie.

Auf Basis der in dieser Pilotstudie gefundenen Effekte sollte eine klinische Studie zur Überprüfung eines über die übliche Versorgung hinausgehenden Aqualizer-Effektes einen Umfang von etwa 100 Fällen insgesamt anstreben, um eine Trennschärfe von mindestens 85 Prozent zu erreichen. Ein solcher Studienumfang im Rahmen der ambulanten Versorgung ließe sich auch durch einen Praxisverbund im Sinne einer multizentrischen Studie im ambulanten Sektor verwirklichen. Eine gemeinsame Nutzung der Messapparatur könnte den Aufwand je Praxis reduzieren.