Die Organisation des endodontischen Instrumentariums in einer Poliklinik

Dr. Andreas Bartols

Hintergrund:
Die Anzahl endodontischer Instrumente zur Aufbereitung von Wurzelkanälen nimmt immer mehr zu. Dabei ist zu berücksichtigen, dass NiTi-Instrumente möglicherweise nicht unnötig oft sterilisiert werden sollten. Um endodontische Behandlungen unterbrechungsfrei durchführen zu können sollte ein Instrumentensystem entwickelt werden, das alle dafür notwendigen Instrumente enthält.

Methode:
Um Instrumentenmagazine zu entwickeln, die alle endodontischen Instrumente enthalten, die eine unterbrechungsfreie Aufbereitung von Wurzelkanälen ermöglichen, wurde zunächst die Literatur gesichtet, welche Wurzelkanalmorphologien am häufigsten vorkommen. Daraus wurde deduktiv ein Instrumentenmagazin für Frontzähne und Prämolaren und ein Magazin für Prämolaren und Molaren entwickelt. Anschließend wurde der Ist-Zustand der endodontischen Behandlung mit den bisher vorhandenen Instrumentenmagazinen in der Poliklinik der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung in Karlsruhe unter Praxisbedingungen mit Hilfe eines Fragebogens evaluiert und anschließend die neuen Instrumentenmagazine eingeführt. In der zweiten Phase wurde mittels Fragebogen erneut die endodontische Behandlung evaluiert. Es waren sechs Zahnärzte an der Untersuchung beteiligt.

Ergebnis:
Mit den alten Instrumentenmagazinen wurde in ca. 49% der Behandlungsfälle die Behandlung unterbrochen. Mit den neuen Magazinen war dies signifikant (p<0,001) seltener der Fall (ca. 13%). Die Behandlung wurde mit den neuen Instrumentenmagazinen signifikant (p<0,001) seltener unterbrochen und es wurde signifikant (p=0,005) seltener der Raum verlassen. Wenn Unterbrechungen der Behandlung als störend empfunden wurden war dies bei alten und neuen Instrumentenmagazinen gleichermaßen der Fall (p=0,101). Es mussten mit den neuen Instrumentensets signifikant (p=0,011) seltener neue Magazine wegen falsch geschätzter Arbeitslänge angebrochen werden. Mit den neuen Instrumentensets konnten bei Vollständigkeit potenziell alle Behandlungsfälle der Poliklinik im Untersuchungszeitraum gelöst werden.

Diskussion:
Da die Instrumentenmagazine unter klinischen Bedingungen getestet wurden, kann von einem praxisrelevanten Ergebnis ausgegangen werden. Die Aufteilung in zwei Instrumentenmagazine hat sich bisher als praktikabel erwiesen. Die Adaptation der Behandler an die neuen Instrumentenmagazine scheint problemlos verlaufen zu sein. Die Instrumentenmagazine müssen auf weitere Reduktionsmöglichkeiten überprüft werden. Dazu ist die weitere kontinuierliche Anpassung des Systems an die Praxisbedingungen erforderlich.