Anwendbarkeit klinischer Qualitätsindikatoren in der Parodontaltherapie des zahnärztlichen Praxisalltags

Dr. Martin Draht

Die dieser Arbeit zugrunde liegende Fortbildungsreihe "Praxisforum zahnärztliche Qualitätsförderung Parodontologie 2006" beinhaltet die Entwicklung und Diskussion eines "Klinischen Pfades" für und durch die Kursteilnehmer. Diese nach den Regeln und Grundsätzen des "Continuing Professional Development" durchgeführte Fortbildung repräsentiert die Ausrichtung der Akademie für zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe als zukunftsweisende Einrichtung für die Zahnmedizin in Deutschland.
Die hier durchgeführte schriftliche Befragung zur Akzeptanz eines klinischen Pfades bzw. der in ihm enthaltenen Qualitätsindikatoren bei 126 Praxen, die an einem derartigen Kurs nicht teilgenommen hatten, konnte nachweisen, dass es für einen auf diese Weise erarbeiteten klinischen Pfad eine hohe Akzeptanz in der Praxis gibt. 27% der befragten Praxen hatten bereits einen klinischen Pfad PAR implementiert. Die Merkmale "Praxisinterne Leitlinie für die PAR- Therapie", "Recall PAR" und "Recall PZR" waren signifikante Prädiktoren für das Vorhandensein eines klinischen Pfades PAR.
Genau wie den Kursteilnehmern der PZQ-Reihe, die zwar den klinischen Pfad gemeinsam erarbeitet haben, ihn aber individuell an ihre Praxisgegebenheiten anpassen können, obliegt es natürlich einer jeden Kollegin, einem jeden Kollegen, einen vorhandenen klinischen Pfad zu implementieren, partiell oder in toto. Denn es handelt sich hierbei nicht um Richtlinien, sondern um inhaltliche Leitlinien, die dem Behandler und dem Patienten nutzen können und sollen. Auch unter Kollegen, die nicht an CPD-Fortbildungen teilgenommen haben, gibt es bei einem Viertel einen sehr hohen Organisationsgrad und nicht nur Umsetzungsbereitschaft, sondern auch umgesetzte Pfade. Das ist insofern glaubwürdig, als mit der Akzeptanz eines klinischen Pfades PAR gerade die Merkmale "Existenz eines Recalls für PAR", "Teilnahme an einer strukturierten Fortbildung PAR", "Anzahl professioneller Zahnreinigungen pro Jahr" und das "Vorhandensein eines Prophylaxeraums" assoziiert sind.
Drei Arbeiten, von Spießhofer, Nadj-Papp und Toth-Antal, die sich mit der Auswirkung von CPD-Fortbildungen auf die Teilnehmer bzw. ihre Praxen beschäftigt haben, vermitteln den Eindruck, dass entsprechende Fortbildung zu einem sehr hohen Grad an Ausdifferenzierung innerhalb der Kollegenschaft führt, welcher durch herkömmliche Fortbildung möglicherweise nicht erreicht werden kann. Ergebnisse aus einer "Fortbildung wie Praxisforum zahnärztliche Qualitätsförderung Parodontologie" sind also eindeutig mit starkem Bezug zum Alltag der Profession; gerade wegen ihrer Entstehung aus und mit der Erfahrung des Praktikers finden sie eine grosse Akzeptanz in der Zahnärzteschaft. Dem Prinzip des "Continuing Professional Development" sollte sicherlich in Zukunft ein wesentlich breiterer Raum in der zahnmedizinischen Fortbildungslandschaft eingeräumt werden.