Wirksamkeit kollegialer Beratung in der vertragszahnärztlichen Versorgung am Beispiel des Behandlungskomplexes Endodontie

Eine Pilotstudie zur Einführung von Teilaspekten eines internen Qualitätsmanagementsystems

Dr. Manfred Lieken

Im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung wurden einundzwanzig Zahnärzte beraten. Die zu untersuchende Frage war, ob durch Intervention mittels Beratung sich die Häufigkeit von Folgebehandlungen im Sinne von Revisionen der Ausgangleistung Wurzelkanalbehandlung reduziert. 

Hierzu wurden die abgerechneten Vertragsleistungen eines Zeitraumes von zwei Jahren untersucht. Es wurden Zahnärzte mit überdurchschnittlich häufiger Revisionsbehandlung nach Wurzelkanalbehandlung zu Beratungsgesprächen eingeladen. Die Interventionsmethode entsprach der Prozessberatung. Nach Abschluss aller Beratungsgespräche wurde eine erneute Erhebung über einen Zeitraum von ebenfalls zwei Jahren vorgenommen. 

Zum Vergleich wurden die Daten aller teilnehmenden Zahnärzte (ca.1.500) in ihre Gesamtheit und die Daten einer Kontrollgruppe (einundzwanzig Zahnärzte) mit ebenfalls überdurchschnittlich häufiger Revision nach Wurzelkanalbehandlung herangezogen. Die Ergebnisse zeigten eine Reduzierung der Revisionen in allen Gruppen. Der Anteil von Behandlungen ohne Revisionen stieg im Mittel in der Gruppe aller Zahnärzte von 84,6% auf 87,7%. In der Kontrollgruppe von 68,3% auf 71,8% und in der Gruppe der beratenen Zahnärzte von 54,5% auf 80,2%. Es konnte gezeigt werden, dass das Mittel der Beratung geeignet ist, die Qualität zahnärztlicher Behandlung in der vertragszahnärztlichen Versorgung positiv zu beeinflussen.