Karlsruher Konferenz 2018

16. März 2018

Gartenhalle, am Zoo,
Festplatz 3, 76213 Karlsruhe

"Integrierte Kompetenz – die besondere Praxis"

Vier Berichte aus der zahnärztlichen Praxis, das ist der ganz besondere Ansatz der Karlsruher Konferenz 2018. Eine Kollegin und drei Kollegen berichten, was sie aus ihrer Praxis gemacht haben. Fachkompetenz und Lebensweg sind somit die Leitthemen der Referate. Die Fachthemen umfassen ganz unterschiedliche Gebiete: CAD/CAM-Technik, mikroinvasive Chirurgie, Laserzahnheilkunde und die Behandlung von Behinderten und Pflegebedürftigen.

Allen Referenten gemeinsam ist, dass sie Freude daran haben, sich weiterzubilden, hohes Engagement zeigen, gute Ideen für ihre Patienten umsetzen und eine Praxis mit ganz besonderem Profil aufgebaut haben. Am Beispiel lernen, das kann man am besten von den Kolleginnen und Kollegen, von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen.  

Karlsruher Konferenz 2018 – wir sind in der Gartenhalle! Wenn sich die Türen zur Kaffeepause öffnen, steht man direkt im Karlsruher Zoo. In 3 Minuten ist man bei Frau Jenny, die im Elefantengehege wohnt. Ein ganz besonderer Aspekt der nächsten Karlsruher Konferenz!

Die Referenten

Dr. Sabine Hopmann, Lemförde

"Biologisches Gewebemanagement durch Replantation und Extrusion von Zahnsegmenten"

Die Kompetenz
Die Resorption der Extraktionsalveole ist mit augmentativen Maßnahmen nur bedingt zu vermeiden. Chirurgische Maßnahmen sind oft sehr umfangreich und invasiv. Hinzu kommt das Problem, dass die Vorhersagbarkeit des operativen Ergebnisses mit der Größe des Defektes abnimmt. Ein neuer, evidenzbasierter Ansatz besteht darin, mit Hilfe biologischer Verfahrenstechniken der Resorption der bukkalen Lamelle entgegen zu wirken. Den Schlüssel dazu bildet das parodontale Ligament.

  • Mit der Replantation von Wurzelsegmenten kann die Resorption der Extraktionsalveole vollständig verhindert werden.
  • Es kommt zu einem langzeitstabilen Erhalt der alveolären Strukturen.
  • Mit der anschließenden Extrusion dieser Wurzelsegmente wird ein zusätzlicher vertikaler Hart- und Weichgewebsgewinn erreicht.

Diese Verfahrenstechnik kann zur Optimierung eines Implantatbettes, zur Verbesserung des Ponticlagers oder auch zum Erhalt einer suffizienten Prothesenbasis eingesetzt werden. Im Vergleich zu augmentativen Verfahren sind die langzeitstabilen Ergebnisse sehr vorhersagbar, die Behandlungszeit ist kürzer und die Belastung der Patienten geringer.

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Dr. Manfred Wittschier, Landshut

"LASER – eine verkannte Technologie -
Chance für Therapie und Praxis"

Die Kompetenz
Schier endlose Indikationenlisten und sekundäre Informationen verwirren zumeist den interessierten Zahnarzt. Der Wert eines Lasers ist dabei am einfachsten zu erkennen, wenn man sich auf das Grundlegende  beschränkt.

 

  • Der Laser ist ein Werkzeug in der Hand des Zahnarztes, um ggf. auch adjunktiv eingesetzt zu werden, das
    therapeutische Ziel zu erreichen.
  • Klinische Effekte, die mit allen Lasertypen erzielt werden können, sind:
    1 Biostimulation, 2 Dekontamination, 3 Dehydration, 4 Koagulation und 5  Evaporation (Ablation, Schnitt)
  • Die Effekte korrelieren mit der Intensität  =  Leistung pro Fläche   der Laserstrahlung,
    aufsteigend von 1 nach 5. Mit wenigen Einstellungen können also alle Anwendungen durchgeführt werden.

Diese Effekte sind  grundsätzlich sinnvoll. Erscheinen sie nützlich in der aktuellen Therapie, so kann der Laser eingesetzt werden. Klinische Beispiele aus verschiedenen Bereichen der Zahnmedizin werden mit Studien- und Literaturverweisen präsentiert.

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Dr. Guido Elsäßer, Kernen

"Zahnmedizinische Betreuung von Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung zwischen Anspruch und Wirklichkeit"

Die Kompetenz
Menschen mit Behinderung haben nach der UN-Behindertenrechtskonvention das Recht auf eine Gesundheitsversorgung in derselben Bandbreite, von derselben Qualität und auf demselben Standard wie andere Menschen. Sie haben darüber hinaus Anspruch auf Gesundheitsleistungen, die speziell wegen ihrer Behinderung benötigt werden. 

Einer adäquaten zahnmedizinischen Versorgung von Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung steht häufig nicht nur die individuelle Beeinträchtigung entgegen, sondern auch zahlreiche Barrieren. Diese sind nicht nur baulicher oder technischer Art, sondern bestehen auch in unseren Köpfen im Sinne von Wissensdefiziten, Hemmungen und Unsicherheiten im Umgang. Gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Rahmenbedingungen erschweren häufig die Behandlung.
Menschen mit Behinderung lassen sich im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung kaum kategorisieren.

  • Jede und jeder bringt seine individuellen Einschränkungen und Beeinträchtigungen mit.
  • Diese gilt es zu identifizieren, um individuelle Lösungen gemeinsam mit Drittpersonen festzulegen.
  • Neben speziellen zahnmedizinischen Fragestellungen müssen auch allgemeinmedizinische, psychologische, pädagogische, pflegerische, soziale, rechtliche und wirtschaftliche Faktoren bei der Festlegung von
    Therapiezielen berücksichtigt werden.

Insbesondere dann, wenn keine befundorientierte kurzfristige Behandlung erfolgen, sondern ein langfristig und nachhaltig angelegtes Therapie- bzw. Betreuungskonzept entwickelt werden soll.

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Dr. Bernd Reiss, Malsch

"Digitale Verfahren in der Zahnarztmedizin: High Tech in der Dorfpraxis"

Die Kompetenz
Seit mehr als 30 Jahren werden in unserer Praxis CAD CAM gefertigte indirekte Restaurationen chairside eingesetzt. Dadurch hat sich das Behandlungsspektrum erweitert und durch eine gute Dokumentation konnten Langzeitergebnisse von klinischer Relevanz generiert werden, welche nicht nur für CAD CAM Verfahren von Bedeutung sind. Ein Überblick über die verfügbaren Systeme und Verknüpfungsmöglichkeiten mit anderen digitalen Verfahren zeigen den aktuellen Stand auf diesem sich noch immer rasant weiterentwickelten Gebiet und geben einen Ausblick auf künftige praxisrelevante Entwicklungen.

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