Dr. Guido Elsäßer

 

 

Die Praxis
Die Umsetzung in der Praxis kann nur dann erfolgreich sein, wenn das gesamte Praxiskonzept auf Barrierearmut ausgerichtet ist. Baulich und technisch müssen vor allem Aspekte des Transports und der Lagerung berücksichtigt werden. Das Mitarbeiterinnenteam muss sich mit der Aufgabe und dem Auftrag identifizieren und einen offenen, empathischen Umgang mit Patienten mit Behinderung auf Augenhöhe verinnerlichen. Auch die ständige Präsenz von Drittpersonen ist zunächst ungewohnt. Die Behandler müssen sich spezielle fachliche Kompetenzen aneignen. Ein interdisziplinäres Netzwerk mit Anästhesisten, Hausärzten, MKG-Chirurgen, Kieferorthopäden und Zahnkliniken ist notwendig. Kontakte zu den Heimleitungen sollten gepflegt werden. Ein kreativer Zahntechniker muss viel Verständnis für die besonderen Ansprüche an den Zahnersatz aufbringen. Organisatorisch muss über Checklisten und Formulare ein QM-System etabliert sein, damit auch aus betreuungs- und patientenrechtlicher Sicht nichts übersehen wird.

Als Praxisinhaber ist es am einfachsten, ab einer gewissen Fallzahl an Patienten mit Behinderung, gedanklich zwei Praxen zu leiten. Organisatorisch ist ein solches Konzept am besten umsetzbar, wenn bestimmte Behandlungszeiten im Sinne einer Special-Care-Sprechstunde für Menschen mit Behinderung reserviert werden.

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